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Fehler in der Verwaltung und Nachbesserungen führen zu fast 400 000 Euro Kostensteigerung

Sporthalle Nord wird noch teurer

Hameln. Rechtzeitig zum Osterfest hat die Verwaltung der Politik ein Überraschungsei ins Nest gelegt: Bereits am Samstag hatten Hamelns Ratsmitglieder Post aus dem Rathaus in ihren Briefkästen. Der Inhalt: Die Sporthalle Nord wird exakt 379 800 Euro teurer. Das sind fast zehn Prozent mehr als mit 4 908 500 Euro ursprünglich kalkuliert. Damit ist das Investitionsvolumen für diese Baumaßnahme nunmehr auf knapp 5,3 Millionen Euro geklettert. Schon am Gründonnerstag hatte Stadtbaurat Hermann Aden den Fraktionsvorsitzenden telefonisch die Hiobsbotschaft überbracht und einen Verwaltungsfehler eingestanden, der die Kosten alleine um 191 217 Euro – fast 50 Prozent des Mehrbedarfs – in die Höhe getrieben hat.

veröffentlicht am 07.04.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:14 Uhr

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Hans-Joachim Weiß Reporter zur Autorenseite

Ende des vergangenen Jahres hatte Aden die Politik wissen lassen, mit den veranschlagten 4,9 Millionen Euro auszukommen. Darin enthalten sind auch die Abriss- und Verfahrenskosten der alten Sporthalle. „Dieses Geld hat jedoch nicht den Weg in die Kostenübersicht gefunden, die die von uns beauftragten Architekten verwalten“, begründet Aden auf Anfrage. Das sei schlicht „versäumt“ worden. „Der Mitarbeiter hat den Neubau vor Augen gehabt und das Übertragen dieser Zahlen vergessen“, sagt Aden. Deshalb hätten diese Kosten von den Architekten nicht berücksichtigt werden können. Die Frage, ob das Versäumnis im Rathaus zu personellen Konsequenzen führt, wollte Aden gestern nicht beantworten: „Das ist eine verwaltungsinterne Angelegenheit.“

Dass die Verteuerung jedoch fast doppelt so hoch ist wie die vergessenen Abrisskosten, bezeichnet der Dezernent als „Kostenrisiko“, da jede Position jetzt „maximal aufgeführt“ sei. Zudem führten höhere Gesamtkosten auch zu Steigerungen der Nebenkosten. Zwar sieht der Stadtbaurat nach wie vor Sparpotenziale, er betont aber auch: „Ich kann nicht das Prinzip Hoffnung zum Maßstab machen.“ Das nun mehr benötigte Geld soll nach den Vorstellungen der Verwaltung über die Inanspruchnahme der im Etat 2014 veranschlagten und als Haushaltsrest ins Jahr 2015 zu übertragenden Mittel für Investitionsmaßnahmen am Schulzentrum Nord finanziert werden, da dieses Geld in diesem Jahr nicht benötigt werde.

Den weiteren Mehraufwand für die Sporthalle Nord, die fristgerecht nach den Sommerferien in Betrieb genommen werden soll, begründet die Verwaltung unter anderem wie folgt:

12 000 Euro für die Installation einer Bauheizung und das Aufstellen von Bautrocknungsgeräten, um den Zeitplan einhalten zu können.

21 836 Euro wegen einer erforderlichen Änderung des Wärmedämmverbundsystems auf Klinkerriemchen an der Fassade.

78354 Euro für die Installation eines Metalldaches, um kostengünstiger als auf einem Foliendach eine Photovoltaikanlage installieren zu können.

96 942 Euro für die unterirdische Anbindung der Sporthalle an die Pestalozzischule. „Eine Photovoltaikanlage ist bei dem Schul- und Sporthallenkomplex erst richtig sinnvoll, wenn auch eine Stromversorgung der Schule miterfolgen kann“, begründet Aden.

34 629 Euro für die Entsorgung des belasteten Bodenaushubs bei der Gestaltung der Außenanlagen.

18 234 Euro für den Bau einer Rigolen-Entwässerung, da entgegen ursprünglicher Planung wegen der Höhenlage und der bereits vorhandenen Auslastung des Regenwasserkanals ein Anschluss an die öffentliche Entwässerung nicht möglich ist.

Aden hofft, dass es bei den Ausschreibungen der noch offenen Gewerke zu weiteren Einsparungen kommen kann. Zudem betont der Stadtbaurat, dass es gegenüber ursprünglicher Kalkulation auch zu Minderausgaben gekommen sei. Als Beispiele nennt er rund 28 000 Euro beim Herrichten und Erschließen des Areals sowie rund 79 000 Euro bei den Baunebenkosten.

Soll nach den Sommerferien eingeweiht werden: die neue Sporthalle Nord, für die die Stadt jetzt knapp 5,3 Millionen Euro bezahlen muss.

Dana

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