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Neubau auf grüner Wiese würde wohl rund 52 Millionen Euro kosten

Schulzentrum Nord ohne Alternative?

Hameln. Das Schulzentrum Nord ist in seiner bisherigen Planung offenbar alternativlos. Nach ersten Schätzungen einer Wirtschaftlichkeitsstudie würde ein Neubau auf der grünen Wiese Investitionskosten von rund 52 Millionen Euro verschlingen. Die Umbau-Variante soll an die 30 Millionen Euro kosten.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 21:21 Uhr
aktualisiert am 16.03.2016 um 08:09 Uhr

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von andrea tiedemann

Mit drei Zahlen, die Stadtbaurat Hermann Aden bei der Info-Veranstaltung zum Schulzentrum Nord am Dienstagabend bekannt gab, steht die Entscheidung so gut wie fest: 29,8 Millionen Euro, 39,8 Millionen Euro, 51,9 Millionen Euro. Sie stehen für drei Varianten, die in einer Wirtschaftlichkeitsstudie untersucht wurden. Die erste Zahl – 29,8 Millionen Euro – steht für das aktuell geplante Umbau-Modell des Architekten Ulrich Zech. 39,8 Millionen Euro würde es kosten, wenn man die IGS herausnehmen und zum Beispiel auf dem Gundolphpark am Reimerdeskamp errichten würde. So zumindest eine erste grobe Schätzung, sagte Aden. In diesem Fall müsste man nämlich auch noch das Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) „aufmotzen“.

Und alles auf der grünen Wiese neu bauen? Dann käme man auf ein geschätztes Investitionsvolumen von rund 51,9 Millionen Euro. Und auch bei einer Rechnung der Betriebskosten über 25 Jahre „ändere sich im Grund auch nichts daran“, so Aden. Man wolle sich die Zahlen zwar noch im Detail anschauen. Dennoch dürfte den Ratsmitgliedern mit dieser Tendenz die Entscheidung für oder gegen das Projekt, über das sie am 9. März im Rat abstimmen sollen, leichter fallen als vorher.

„Augen zu und durch“, appelliert auch Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) noch einmal an alle Beteiligten – und als Antwort auf die Frage einer Mutter, die wissen wollte, was denn passiere, wenn der Rat nicht zustimme. Augen zu und durch, das bedeutet allerdings auch eine enorme Belastung, die auf Schüler und Lehrer zukommt. Die heißeste Bauphase wird sich von März bis Oktober 2018 abspielen, wenn mehrere Gebäude gleichzeitig in Angriff genommen werden. „Es wird eine extreme Raumnot geben“, sagt auch Dezernentin Martina Kurth-Harms, die für den Bereich Bildung verantwortlich ist. Um die Situation zu entschärfen, habe der Landkreis angeboten, Räume der Albert-Schweitzer-Schule teilweise mitzunutzen. Bis Mitte 2020 könnte das neue Schulzentrum fertig sein – das bedeutet dreieinhalb Jahre Bauzeit. Das sei allerdings das „optimistische Szenario“, so Zech. Er bemühte sich, noch einmal deutlich zu machen, dass der jüngste starke Kostensprung auf rund 30 Millionen Euro nicht mit seinem Entwurf zu tun habe, sondern mit den sogenannten „Ertüchtigungen in der baulichen Substanz“, die man nicht beeinflussen könne. Gemeint sind damit Investitionen in den Bereichen Inklusion, Brandschutz, Instandhaltung und Altlasten in den bestehenden Gebäuden. Diese machten rund 15 Millionen Euro aus, so Zech, die Altlasten davon rund 3,9 Millionen Euro. Eine Frage wurde gestern allerdings nicht gestellt: Warum eigentlich hat die Stadt diese Kosten nicht schon bei der Ausschreibung der Neuplanung bedacht? Warum wurde nicht gefordert, diese – ja wenig überraschenden Kosten – schon während der Entwurfsphase zu eruieren und gleich mit einzupreisen?

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Doch wie sieht nun das schulische Konzept aus? Nach dem Basismodell ohne Einsparungen ist eine sechszügige Oberstufe mit je drei Zügen beim AEG und drei Zügen bei der IGS geplant. Im Sek-I-Bereich soll das AEG dreizügig, die IGS fünfzügig sein.

Dana

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