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Schulträgerschaft: Klarheit bis Jahresende?

Hameln-Pyrmont. Bleiben die weiterführenden Schulen in Hameln und Bad Pyrmont eine Angelegenheit der Städte oder geht die Verantwortung an den Landkreis? Mit einer Antwort auf diese Frage rechnet Landrat Tjark Bartels noch in diesem Jahr: „Ich sehe nicht, warum das Verfahren über 2014 hinauslaufen sollte“, sagte der Verwaltungschef des Kreises gestern. Sein Zeitplan: Zunächst wird nun ein Schulentwicklungsplan erstellt. Bis zum Spätsommer soll dieser stehen, hofft Bartels. Danach würde die Frage geklärt: „Wie kann die Schulträgerschaft künftig funktionieren?“ Dass Bartels auf eine Übergabe an den Landkreis hofft, ist seit längerem bekannt. Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann ist dagegen, Bad Pyrmonts Bürgermeisterin Elke Christina Roeder spricht diplomatisch von einem „ergebnisoffenen“ Prozess.

veröffentlicht am 06.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 07.02.2014 um 11:22 Uhr

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Unterdessen sollen die kostspieligen Großprojekte weiter vorangetrieben werde: der Um- und Ausbau des Schulzentrums Nord in Hameln (21,3 Millionen Euro) wie auch der Neubau des Humboldt-Gymnasiums in Bad Pyrmont (13,6 Millionen Euro). In beiden Fällen ist der Landkreis als Geldgeber mit im Boot.

Im Falle des Hamelner Schulzentrums kommt der Landrat nun der Stadt entgegen. „Zu groß geplant“, hatte er im Dezember geurteilt, statt acht würden sechs Klassenzüge reichen. Nun klingt das anders: „Wir können uns auch ein achtzügiges Modell vorstellen“, erklärt Bartels. Ausschlaggebend sei die Option, dass perspektivisch in den neuen Räumen auch Schüler anderer Schulen in der Sekundarstufe II unterrichtet werden könnten. So ließe sich dann etwa baufälliger „Altbestand an anderer Stelle aufgeben“. Oder es könnten Schüler anderer Schulen, die nicht mit einer Oberstufe ausgestattet sind, aufgenommen werden. Ende des Jahres soll nun also nach dem Zeitplan des Landrates Klarheit herrschen, wer für die weiterführenden Schulen künftig zuständig ist. Hameln und Bad Pyrmont dürften von einer Übergabe finanziell profitieren, sagt Bartels, die übrigen sechs Kommunen des Kreises – diejenigen ohne eigene weiterführende Schulen – würden durch eine höhere Kreisumlage stärker belastet. Dennoch: Die derzeitige „Schieflage“ würde auch dort erkannt, sagt Bartels.

Hamelns Oberbürgermeisterin Lippmann, noch bis Ende Oktober im Amt, erklärt, beim Thema Schulentwicklungsplan bestehe ein Konsens mit dem Kreishaus. „Dann wird Belastbares darstellbar“, erwartet sie, stellt jedoch klar: „Ich bin keine Befürworterin einer Veränderung in der Schulträgerschaft, das ist bekannt.“

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In Bad Pyrmont erwartet Bürgermeisterin Elke Christina Roeder mit dem nun zu erstellenden Plan „eine Basis für gute und vernünftige Diskussionen“. Weitere Schritte könnten erst danach folgen. Die Pyrmonter Politik lehnt eine Abgabe des Gymnasiums an den Kreis bisher ab. „Wenn keine Bereitschaft besteht, dann wissen wir das auch noch in diesem Jahr“, sagt Bartels zur Abgabe der Trägerschaft und fügt hinzu: „Das glaube ich aber nicht.“

Ein Schul-Großprojekt im Landkreis: Das Humboldt-Gymnasium in Bad Pyrmont soll einen Neubau bekommen. Archiv

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