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Kostenrahmen von 4,34 Millionen Euro akzeptiert / Verwaltung soll Ausschreibung für Neubau vorbereiten

Politik stellt Weichen für Sporthalle Nord

Hameln. Zwei Stunden haben sie diskutiert, gestritten und sich die Pläne von Uwe Högen erklären lassen, dem Vertreter des mit der Planung der Sporthalle Nord beauftragten Büros „Baufüchse Architekten und Stadtplaner“. „Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben, dass die Sporthalle Nord so günstig wie möglich wird. Aber viel mehr ist nun nicht drin“, sagte der Planer aus Kassel bei der gemeinsamen Sitzung der Ratsausschüsse für Stadtentwicklung sowie für Kindertagesstätten, Schulen und Sport. Jeder Raum, der möglich gewesen ist, sei noch einmal angefasst und umgeplant worden, um zu sparen.

veröffentlicht am 22.01.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2015 um 10:07 Uhr

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Dennoch sind die erwarteten Kosten von ursprünglich 3,78 Millionen auf 4,34 Millionen Euro gestiegen (wir berichteten). „Es ist für die Verwaltung kein Leichtes, wenn man eingestehen muss, dass der Kostenrahmen nicht eingehalten werden kann“, erklärte Hermann Aden. Der Stadtbaurat betonte aber auch, dass die Anschaffung von Sportgeräten im Rathaus nicht vergessen worden sei. „Vielmehr sind die Altgeräte auf andere Hamelner Sporthallen verteilt worden. Der Betrag für die erforderlichen Neuanschaffungen war kalkuliert und im Haushalt 2013 etatisiert, durch einen Übertragungsfehler jedoch nicht in den Etat 2014 überführt worden“, erklärte Aden der Politik. Die zeigte sich verschnupft, dass die Verwaltung das vorgetragene Konzept, in das auch Wünsche der Schulen und Vereine eingeflossen sind, im Alleingang mit den „Baufüchsen“ besprochen habe, und die Fachausschüsse nicht einbezogen wurden. Den Ratsgremien sei bekannt gewesen, dass Schulen und Vereine ihre Änderungswünsche in den Wettbewerb mit einbringen sollten, rechtfertigte Aden. Ziel sei es jedoch gewesen, das Kostenlimit von 3,78 Millionen Euro nicht zu überschreiten. „Deshalb sind viele Wünsche wieder eingedampft worden“, betonte der Stadtbaurat.

Nach den Darstellungen Högens solle die Dreifeldsporthalle über 199 Zuschauerssitzplätze verfügen, von außen verputzt werden und ein geneigtes Foliendach bekommen, denn aus Kostengründen sei eine Dachbegrünung dem Rotstift zum Opfer gefallen, weil dafür etwa 100 000 Euro an Mehrkosten angefallen wären. Eine Photovoltaikanlage könne jedoch jederzeit nachgerüstet werden. Was die Kosten jedoch verteuert, ist das erforderliche „Eingraben“ der Sporthalle Nord. „Das ist aus städtebaulichen und atmosphärischen Gründen nötig“, erläuterte der Planer und nannte in diesem Zusammenhang auch das enge Areal, auf dem es Spielplatz, Parkflächen und Feuerwehrzufahrt zu erhalten gelte. Auch die Technik breite sich immer mehr aus, nehme entsprechend Raum in Anspruch und treibe die Kosten in die Höhe.

Ursula Wehrmann (Grüne) erinnerte daran, dass die Politik so viel Passivhaus-Elemente wie möglich im Neubau der Sporthalle berücksichtigt wissen wolle. Das werde auch verfolgt, versicherte Högen, primäres Ziel aber sei, das Budget einzuhalten. Rainer Sagawe (Grüne) forderte die Umsetzung der Dachbegrünung, weil sie Folgeschäden durch beispielsweise Hagel abfangen könne. „Das Dach ist gegen Unwetter voll funktionsfähig. Die Folie ist so fest, da müssen Sie schon mit der Axt reinschlagen“, entgegnete der Planer.

Für Hans Wilhelm Güsgen ist die Halle immer noch zu feudal gestaltet: „Ich kenne in Hameln keine Sporthalle, die über Außensanitäranlagen verfügt.“ Der Liberale forderte eine zeitliche Verschiebung der politischen Beschlüsse, damit weiter beraten werden könne, „weil ja jetzt der Schul- und Vereinssport in Hameln jetzt läuft“, wie er begründete.

Mit dieser Meinung allerdings stand der FDP-Fraktionschef ganz alleine. „Mit jedem Tag, den die Sporthalle Nord nicht zur Verfügung steht, erzwingen wir zusätzliche Transportkosten“, stellte Kurt Meyer-Bergmann (SPD) klar. Und auch aus den Reihen der Christdemokraten wurde der FDP widersprochen: „Diese Halle fehlt an allen Ecken und Enden“, sagte Daniel Schimanski. Der CDU-Politiker forderte Güsgen auf, das Gespräch mit den Schulen und Vereinen zu suchen, um sich zu informieren.

Namens der SPD beantragte Herbert Rode, statt des vorgesehenen Putzes Klinkersteine für die Außenfassade zu verwenden, da diese wesentlich widerstandsfähiger seien. Die Verwaltung schlug diesbezüglich einen Kompromiss vor: Eine Klinkerverkleidung solle ebenfalls ausgeschrieben werden – aber nur alternativ.

Bis auf Güsgen gaben die Ausschüsse schließlich die Empfehlung, die Pläne zum Neubau der Sporthalle Nord zu realisieren und die Gewerke auszuschreiben. Auch der Kostenrahmen wurde genehmigt. Thorsten Sander (CDU), der die Sitzung leitete, zeigte sich am Ende zufrieden: „Das ist zwar eine Menge Geld, aber für alle Schulen und Vereine eine gute Lösung.“

Auf dem Areal der inzwischen abgerissenen Sporthalle Nord soll eine neue Dreifeldhalle entstehen – für 4,34 Millionen Euro.

.Dana

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