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Mehrheitsgruppe: Baumaßnahmen derzeit nicht realistisch / Kein Fördergeld in diesem Jahr

Klüt-Projekt liegt vorerst auf Eis

Hameln. Mancher Politiker klang geradezu schwärmerisch, als es im Juni des vergangenen Jahres um neue Pläne für den Klüt ging. Von einem „ungehobenen Schatz“ sprach etwa FDP-Fraktionschef Hans Wilhelm Güsgen angesichts des touristischen Potenzials. Ergänzende Ideen wie eine Rodelbahn oder Planwagenfahrten standen in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses schnell im Raum. Die Pläne des Landschaftsarchitekten Thomas Ostermeyer sollten in den Fraktionen beraten und auf ihre Umsetzbarkeit abgeklopft werden, hieß es schließlich. Was folgte, war ein knapp neunmonatiges Schweigen.

veröffentlicht am 18.03.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:42 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

„Derzeit ist eine Umsetzung der Pläne nicht besonders realistisch“, urteilt der CDU-Fraktionschef Claudio Griese. Der Sprecher der Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen verweist auf andere teure „Baustellen“ der Stadt – von der neuen Sporthalle Nord über die Integrierte Gesamtschule bis zu fälligen Um- und Neubauten bei den Feuerwehrhäusern. „Es scheitert am Geld“, sagt auch die grüne Fraktionsvorsitzende Ursula Wehrmann. Thema ist der Klüt in der Mehrheitsgruppe derzeit offenbar nicht.

Aussichtsplattformen, mehr Parkflächen, eine Veranstaltungswiese mit Minigolfanlage aus Naturelementen, schweben Landschaftsarchitekt Ostermeyer für Hamelns Hausberg vor. Dafür soll das Wildgehege am Finkenborn („Wer guckt sich heute noch diese Tiere an?“) weichen.

Mit dem Aus für das Wildgehege tue sich die Ratsmehrheit schwer, schränkt Griese ein. Insgesamt aber hätte das Konzept im vergangenen Jahr Zuspruch gefunden.

Doch Zuspruch allein dürfte für eine groß angelegte Umgestaltung auf dem Hamelner Hausberg nicht reichen. Die Stadt brauche Fördermittel, betont Karin Echtermann, die für die SPD im Stadtentwicklungsausschuss sitzt. In den vergangenen Monaten sei das Thema „zur kurz gekommen“, räumt sie ein. Sie hofft nun auf die Aufwertung des Areals auf dem Klüt in kleinen Schritten. „Viele Sachen sind dort oben ja auch bereits vorhanden.“ Etwa der noch recht neue Spielplatz.

Einen solchen kleinen Schritt visierte die Stadt eigentlich bereits für dieses Jahr an: Die Aussichtsplattform in Richtung Wangelist sollte saniert werden. Dafür beantragte die Stadt Fördermittel. Doch die N-Bank lehnte ab. Die Konsequenz: In diesem Jahr passiert nichts mehr. „Es lag wohl an der Begrenztheit der Mittel, da die Förderperiode zum Jahresende ausläuft“, interpretiert Hamelns Wirtschaftsförderer Andreas Seidel die Absage. 2014 heißt es dann für Hameln: neue Förderperiode, neues Glück. Grundsätzlich stehen die Chancen auf Fördergeld für Projekte im Bereich Naherholung, Naturschutz und Tourismus nach Seidels Einschätzung gut.

Indes laufen für das Projekt auf dem Klüt – wohl noch bis in den Sommer – artenschutzrechtliche Prüfungen. Danach wird der Bebauungsplan auf den Weg gebracht. „Das Projekt wird genauso weiterverfolgt wie andere auch“, berichtet Seidel aus der Verwaltung. Unabhängig davon, ob es gerade – angesichts anderer drängender Millionenposten – auf der politischen Agenda steht oder nicht. Nach der Sommerpause dürfte der Klüt dann auch wieder auf der Tagesordnung eines Ausschusses auftauchen, prognostiziert Seidel. Karin Echtermann will für die SPD schon bei der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 4. April bei der Verwaltung nachfragen, wie es um die Klüt-Aufwertung steht, kündigt sie an.

Denn an dem grundsätzlichen Wohlwollen für das Projekt hat sich wenig geändert. „Eine Stadt braucht auch Visionen“, sagt Wehrmann. Doch müssen diese letztlich finanziert werden. „Damit“, sagt die Grünen-Politikerin, „kann sich der neue Stadtbaurat auseinandersetzen.“

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