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Schulzentrum Nord, Bau des Rathauses und der soziale Wohnungsbau schlucken Millionen

Hamelns Schuldenberg wächst

Hameln. Die derzeit berechnete Verschuldung Hamelns liegt bis 2019 bei gut 78,1 Millionen Euro. Doch durch zusätzliche Projekte wird der Schuldenberg auf knapp 110 Millionen Euro steigen. Was sind eigentlich die dicksten finanziellen Brocken, die die Stadt bis 2019 und darüber hinaus zu stemmen hat?

veröffentlicht am 11.03.2016 um 20:03 Uhr
aktualisiert am 16.03.2016 um 10:48 Uhr

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Autor:

von Jennifer Minke-Beil

Hameln. Zahlen und Rechnen sind das tägliche Geschäft für einen Stadtkämmerer. In Hameln ist Uwe Kießling dafür zuständig und der hat gerade einiges zu tun. Der aktuelle Haushalt muss nämlich noch nachgebessert werden, da die Sanierung des Schulzentrums teurer wird als im vergangenen Jahr noch geplant. Bislang ging die Verwaltung insgesamt von einer Summe von rund 21 Millionen aus. Außerdem müssen noch Kosten durch den sozialen Wohnungsbau veranschlagt werden.

Die derzeit berechnete Verschuldung liegt laut Kießling bis 2019 bei gut 78,1 Millionen Euro. Doch durch die zusätzliche Kosten – nach Abzug der jährlichen Tilgung – wird der Schuldenberg auf knapp 110 Millionen Euro steigen. Im Juni wird die Stadt die neu berechneten Zahlen vorlegen. Was sind eigentlich die dicksten finanziellen Brocken, die die Stadt bis 2019 und darüber hinaus zu stemmen hat? Ein Überblick:

Erst in dieser Woche stimmte der Rat nach sechs Jahren Planung für die Sanierung und Erweiterung des Schulzentrums Nord – rund 30 Millionen betragen die Baukosten (wir berichteten). So schlüsseln sich die Kosten auf: Der städtische Betrag liegt bei 24 750 000 Euro. Der Landkreis fördert das Projekt durch Zuschüsse mit insgesamt 50 Prozent. Er übernimmt 8 250 000 Euro komplett aus eigener Tasche. Die weiteren 8 250 000 Euro sind ein zinsloses Darlehen, den die Stadt nach zehn Jahren zurück gezahlt haben.

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Noch nicht im Haushalt berücksichtigt, da es noch in der Planungsphase steckt: Das neue Rathaus. Hier kommt auf die Stadt wohl der zweite sehr dicke Batzen zu. Ob Neubau oder Sanierung: Zwischen 37 und 60 Millionen muss die Stadt geschätzt dafür aufbringen. Die Verwaltung arbeitet noch an einem Entwurf, der dann der Politik vorgelegt wird. Oberbürgermeister Claudio Griese machte zuletzt keinen Hehl daraus, dass er einen Neubau an alter Stelle anstrebt – die wohl teuerste Lösung nach bisherigen Berechnungen. Die günstigste Alternative scheint ein Neubau an einem anderen Ort zu sein. Da stellt sich nur die Frage, wo das sein kann.

Sozialer Wohnungsbau: 240 Wohneinheiten will die Stadt für Flüchtlinge und einheimische Bedürftige in nächsten Jahren schaffen. 16 Millionen kalkuliert die Stadt dafür zusätzlich ein. 100 Flüchtlinge hätten bereits zum jetzigen Zeitpunkt keine Unterkunft. Allerdings stellt sich die Frage, wie lange die Menschen in diesen Wohnungen tatsächlich leben werden. Zumindest bei einigen Flüchtlingen könnte es sein, dass sie in ein paar Jahren in ihr Heimatland zurückkehren können. Dann stünden die Wohnungen in Hameln sinnlos leer.

Für das sogenannte Straßenmodernisierungskonzept sind allein in diesem Jahr 2 750 000 Euro vorgesehen. Weiteres Geld fließt aber auch in den kommenden Jahren.

Auch das Theater in Hameln verschlingt Geld: 935 000 Euro sind in diesem Jahr dafür vorgesehen. Es stehen sowohl Brandschutz-Maßnahmen an als auch das Entfernen von Asbest.

Die Feuerwehrhäuser in Afferde, Tündern, Klein Berkel und Halvesdorf werden bis 2019 für über etwa 3,5 Millionen Euro gebaut.

Nicht zu unterschätzen sind auch jährlich anfallenden Fix-Kosten wie die Nachbesserungen in den Schulklassen. Dafür sind 500 000 Euro vorgesehen. Ein Zuschuss kommt allerdings vom Landkreis.

Besonders Schulzentrum Nord und sozialer Wohnungsbau gehen ins Geld.Fotos: Stadt Hameln/dpa

Bei einem Schuldenstand von 78,13 Millionen Euro erwartete die Stadt – zumindest noch im vergangenen Jahr – Ende 2019 zu liegen. Nun dürfte der Wert deutlich höher ausfallen. Grafik: jöh

Quelle: Stadt Hameln

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