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Rat stellt am Abend Weichen für Erweiterung und Sanierung von AEG und IGS / Stadt bleibt Schulträger

Das 30-Millionen-Schulzentrum kommt

Hameln. Nach sechs Jahren der Planung und Diskussion fiel am Mittwochabend im Hamelner Rat die einstimmige Entscheidung: Das Schulzentrum Nord wird wie geplant an seinem jetzigen Standort saniert und erweitert – für 30 Millionen Euro.

veröffentlicht am 09.03.2016 um 22:03 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:36 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite

So voll wie gestern Abend sind die Besucherreihen bei Sitzungen des Hamelner Stadtrates nicht oft. Lehrer, Leiter und Eltern von Schülern der IGS und des Albert-Einstein-Gymnasiums hatten sich im Weserbergland-Zentrum eingefunden, um live mitzuerleben, wie grundlegende Entscheidungen über Zukunft der Hamelner Schullandschaft gefällt wurden. Immerhin ging es nicht nur grundsätzlich um die Frage, ob am jetzigen Standort von IGS und AEG in der Nordstadt erweitert und saniert oder an einem anderen Standort neu gebaut wird – auch stand die höchste Summe zur Debatte, die in Hameln jemals für eine Einzelbaumaßnahme in die Hand genommen werden soll: 30 Millionen Euro.

Einen „historischen Tag für den Stadtrat“ nannte FDP-Ratsherr Herbert Habenicht den gestrigen Mittwoch: „So einen Beschluss hat es in Hameln noch nicht gegeben.“ Das Achtfache des Eigenanteils der Stadt für die Fußgängerzone, das Sechsfache der Investitionssumme für die Sporthalle Nord, rechnete er vor. Kurt Meyer-Bergmann von der SPD betonte, dass das Schulzentrum Nord im Hinblick auf die prognostizierten Schülerzahlen „jetzt schon zu klein geplant“ sei – und dennoch: Die von der Verwaltung in Auftrag gegebene Wirtschaftlichkeitsstudie, die Stadtbaurat Hermann Aden im Februar vorgestellt hatte, hatte die Entscheidung eigentlich bereits vorweggenommen. Den 29,8 Millionen Euro für das Um- und Anbau-Modell stehen seitdem nämlich zwei noch erschreckendere Zahlen gegenüber: 39,8 Millionen Euro würde ein Neubau der IGS allein kosten, satte 51,9 Millionen Euro ein Komplett-Neubau des Schulzentrums.

Entsprechend entschieden die Ratsmitglieder: Einstimmig sprachen sie sich für das 30-Millionen-Paket aus. „Es ist der Wille da, dieses Schulprojekt“ – nach sechs Jahren der Planung und Diskussion – „nun wirklich ernsthaft in Angriff zu nehmen“, sagte Oberbürgermeister Claudio Griese.

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  • Seit gestern Abend ist es beschlossene Sache: Albert-Einstein-Gymnasium und IGS werden an ihrem jetzigen Standort saniert und erweitert – für 30 Millionen Euro.

Auch eine weitere grundsätzliche Schulfrage wurde am gestrigen Abend abschließend geklärt: Die Stadt Hameln bleibt auch weiterhin Schulträger für die Schulen der Sekundarbereiche I und II, die Schulträgerschaft wird nicht an den Landkreis Hameln-Pyrmont übertragen. Grüne, FDP und Linke sprachen sich zwar grundsätzlich für die Übertragung der Schulträgerschaft an den Landkreis aus – da es in Bad Pyrmont aber ohnehin „keine Mehrheit für eine Übertragung“ gebe und Landrat Tjark Bartels nur an einer einheitlichen Schulträgerschaft im gesamten Landkreis interessiert sei, sei die Entscheidung ohnehin hinfällig.

Am Ende stimmten nur Peter Kurbjuweit und Lars Reineke von den Linken gegen die Beibehaltung des Status quo – gegen 33 Ja-Stimmen.

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