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Architekt springt ab: Wer baut die Halle Nord?

Hameln. Nach der mehr als neunstündigen Jurysitzung Anfang Februar war sich Volker Mohr, Leiter des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen, noch ganz sicher gewesen: „Das wird so gebaut“, sagte er damals über den Siegerentwurf für die neue Sporthalle Nord. Seit gestern steht fest: Das – gemeint ist die Halle der Nürnberger „raum 3 Architekten“ – wird nicht gebaut. Die Sieger des Architektenwettbewerbs sind abgesprungen. Beim Bau drohen nun Verzögerungen.

veröffentlicht am 31.05.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:36 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

Stadtbaurat Aden hat die Nachricht gestern den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung in nichtöffentlicher Sitzung überbracht. „Damit ist nun wertvolle Zeit verloren gegangen“, bedauert er.

Der Rückzug der Gewinner hat jedoch offenbar nichts mit den Debatten um die energetische Ausstattung der Halle in den vergangenen Monaten zu tun. Ziel der Stadt sei gewesen, so Aden, sowohl die Architekten wie auch die weiteren Planungsleistungen als Generalplanungsauftrag an das Nürnberger Büro zu vergeben. So habe es auch die Verwaltung in der Wettbewerbsbekanntmachung und auch in der Auslobung des Architektenwettbewerbs eindeutig zum Ausdruck gebracht. Doch die Nürnberger wollten die Generalplanung offenbar nicht. Für eine Stellungnahme waren sie gestern Abend nicht zu erreichen. In den Verhandlungen habe sich herauskristallisiert, dass die Vorstellungen der raum3-Architekten über die Vertragsgestaltung nicht den Vorgaben der Ausschreibung entsprächen, erklärte Aden. „Wir haben bis zuletzt versucht, eine Lösung zu finden, die auch den vergaberechtlichen Vorgaben entsprochen hätte.“ Am Ende warfen die Nürnberger hin.

„Für uns ist das eine sehr missliche Situation“, sagte der Stadtbaurat. Nun werde sich die Stadt mit den weiteren Preisträgern zusammensetzen, den beiden drittplatzierten Büros, „Baufrösche“ aus Kassel und „Schuster Architekten“ aus Düsseldorf. Ein zweiter Platz war nicht vergeben worden. Das Düsseldorfer Büro hatte eine Halle mit sechs großen Gauben zur Sportplatzseite als Lichtquelle konzipiert. Die Baufrösche eine Halle mit begrüntem Dach.

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Das Projekt Halle Nord wird sich nun nach Einschätzung von Hermann Aden um mehrere Monate verzögern, sodass die geplante Fertigstellung nach den Sommerferien 2014 nicht mehr gehalten werden könne. Zusätzliche Kosten für die Stadt seien „zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erkennbar,“ sagte der Baurat gestern Abend gegenüber der Dewezet.

Halle Nord:

Architekten werfen hin Bauverzögerung um mehrere Monate droht

Wir nun nicht gebaut: der Siegerentwurf der „raum 3 Architekten“.

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