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Erste große Bürgerbeteiligung zum Thema Konversion

„Wir brauchen Sie bei dieser Herkulesaufgabe“

Hameln. Am konkretesten, und wohl auch sehr wahrscheinlich, war gestern Abend im Weserberglandzentrum der Vorschlag, im Falle einer Sanierung des Rathauses betroffene Abteilungen zumindest befristet in die Linsingenkaserne zu verlegen. Ebenfalls, und wie schon früher bei anderer Gelegenheit, wurde ins Gespräch gebracht, auf einen Ausbau des Schulzentrums Nord zu verzichten und die IGS auf dem Kasernengelände anzusiedeln.

veröffentlicht am 05.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.08.2013 um 15:45 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß

Rund 150 Hamelner Bürger waren gestern Abend ins Weserberglandzentrum (WBZ) gekommen, um sich mit der ersten großen Bürgerbeteiligung einerseits über den „Masterplan Konversion“, also die Umwandlung der von britischem Militär belegten Flächen in zivile Nutzung, informieren zu lassen, andererseits aber auch Vorschläge zu machen, Ideen einzubringen, was aus den sehr unterschiedlichen, insgesamt 267 Hektar umfassenden Geländen mit ihren ebenfalls sehr unterschiedlichen Immobilien in Zukunft werden soll. Manch einer vermisste Visionen für Hameln, wollte erst den großen Zukunftswurf entwickelt haben, um darauf fußend später in die Detailplanung zu gehen. Andere, wie zum Beispiel die Reservistenkameradschaft, fragten ganz konkret nach Nachnutzungsmöglichkeit – die Reservisten würden wohl gerne einen Teil der Holtenser Schießanlage übernehmen.

Da ein großer Teil der Konversionsflächen in der Nordstadt liegt, war es nicht erstaunlich, dass aus diesem Bereich auch der Vorschlag kam, dort mehr Geschäfte anzusiedeln und die Infrastruktur zu verbessern, damit das Leben erleichtert werde. Bauamtsleiter Volker Mohr signalisierte zumindest von der Tendenz her Zustimmung, denn die Stadt überarbeite derzeit ihr Einzelhandelskonzept. Aus derselben Ecke kam der Vorschlag, die Wanderwege oberhalb des Ravelin Camp wieder zu öffnen und in dem bergigen Areal eine Mountainbike-Strecke einzurichten. Gut vorstellbar schien Mohr und Stadtbaurat Hermann Aden auch der Gedanke, einen Weg über das Ravelin Camp, den Gundolph und den Bailey Park – derzeit beides Gerätedepots mit teilweise hochwertiger Bebauung – durchgängig bis zur Weser zu öffnen.

Zweifelhaft schien anderen Fragestellern die Form der Bürgerbeteiligung, denn Mohr hatte angekündigt, die Verwaltung werde sich nach erfolgter Freigabe der Immobilien durch die Briten erst einmal auf die genauere Betrachtung und Analyse der Konversionsflächen konzentrieren, ehe die Bürger wieder zu Wort kommen sollen. „Bis jetzt wissen wir ja gar nicht genau, was uns dort erwartet. Wir werden für jeden Geländeabschnitt einen genauen Steckbrief erarbeiten, der auch ins Internet gestellt werden soll“, kündigte Mohr an. Zuvor hatte er die Vorstellung des „Masterplans Konversion“ mit den Worten beendet: „Das ist eine Herkulesaufgabe!“, und: „Wir brauchen Sie dabei!“

Der eigentlichen Bürgerbeteiligung vorausgegangen war ein Kurzvortrag des niedersächsischen Konversionsbeauftragten Oberst a.D. Paul Bacher sowie eine ausführliche Darstellung der Aufgaben der Eigentümerin der Immobilien, der Bundesanstalt für Immobilien (BImA), durch die Leiterin des BImA-Portfoliomanagements, Sonja Richter. Dabei wurde sehr deutlich, dass es ein Hauptziel der BImA ist, die Immobilien einerseits zum besten Preis zu vermarkten, andererseits aber auch eng mit der Stadt Hameln zu kooperieren, um die städtebaulichen Entwicklungsziele, die noch formuliert werden sollen, nicht zu stark zu behindern.

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