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Ehemalige Soldaten machen Station in Hameln

Von Berlin nach Windsor – Briten radeln für guten Zweck

Hameln. Den Blick stur auf das Hinterrad des Vordermannes gerichtet, den letzten Windschatten ausnutzen und das Ziel immer vor Augen. So durchqueren derzeit sechs eifrige Briten Teile von Deutschland – auf dem Fahrrad. Das Ziel, die Stadt Windsor, liegt jedoch noch über 1000 Kilometer weit entfernt. Für das „Team Sapper“ ist jedoch jeder Kilometer wichtig. Denn mit dem Weg, den sie auf ihren Rennrädern zurücklegen, sammeln sie Spenden für verwundete Soldaten.

veröffentlicht am 17.06.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2015 um 16:46 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller

Die Radler waren selbst einmal Soldaten, dienten jahrelang in der britischen Armee und waren in dieser Zeit auch in Hameln stationiert. „Deswegen ist es für sie auch etwas ganz Besonderes hierher zurückzukommen“, erklärt Antje Rama. Mit vielen der Briten ist sie seit Jahren befreundet. Für sie war es selbstverständlich, einige der Radler für eine Nacht bei sich aufzunehmen. Für die anderen – und auch die Fahrer des Begleitfahrzeuges – hat sie andere private Unterkünfte bei Freunden organisiert.

Gestartet sind die radelnden Briten am Samstag, 13. Juni, in Berlin. „Zwischendurch haben sie auch in anderen Niederlassungen Halt gemacht, in denen sie stationiert waren“, weiß Rama. Als sie in Hameln ankommen, haben sie 120 Kilometer hinter sich gebracht, die Beine seien nun schwach und zittrig, aber mit der Strecke des Tages sei man insgesamt zufrieden. „Wir haben uns heute auf dem Weg auch die Gedenkstätte Bergen-Belsen angesehen“, erklärt Rob Rider. Eine weitere Station soll in den kommenden Tagen Haltern am See sein, jener Ort, der vom Absturz der Germanwings-Maschine vor ein paar Monaten so stark gezeichnet wurde.

Mit ihrer Fahrradtour von Berlin nach Windsor wollen die Briten Spenden sammeln. Ihre Tour steht unter dem Dach der Aktion „Help for Heroes“. Einer Organisation, in der sich ganz verschiedene Gruppen mit eigenen Aktionen zusammenschließen, um verwundeten Soldaten zu helfen. „Bisher hat unsere Gruppe 38 Prozent von dem erreicht, was wir erreichen wollen“, erklärt Rider. Das Ziel liegt bei 20 000 Pfund, umgerechnet rund 27 700 Euro. Bisher haben die Briten 7657,50 Pfund, also rund 10 633 Euro, gesammelt. Jede Spende sei willkommen, meint Rider. Gerry Taggert, Organisator der ganzen Tour und mit 75 Jahren der älteste Teilnehmer, stimmt ihm dabei zu. Unter www.justgiving.com/team-sapper sind die bisherigen Spenden gelistet. Darunter sind Spenden von 10 Pfund bis hin zu 100.

Auf ihrer Tour nach Hameln zurückzukommen, ist für die sechs Radler etwas Besonderes. Söhne und Töchter seien hier geboren worden, man habe gute Erinnerungen an die Zeit. Als besondere Überraschung hat Rama bei der ehemaligen „Stamm-Bäckerei“ ein ganzes Blech „german Butterkuchen“ organisiert. Das süße Gebäck sei bei allen stationierten Briten immer ganz besonders beliebt gewesen.

Erschöpft, aber zufrieden, kamen die britischen Radler bei Antje Rama an.sak

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