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Kreis schlägt Kasernen-Standort für Elisabeth-Selbert-Schule vor

Teuer, aber beliebt

Hameln. Es ist nach bisherigen Rechnungen zwar zunächst die teuerste Variante, langfristig könnte sich die Entscheidung aber günstig auswirken: Der Landkreis schlägt – wie bereits vermutet – vor, die Standorte der Elisabeth-Selbert-Schule auf der Linsingen-Kaserne zusammenzulegen. Gestern wurde im Schul- und Bauausschuss vorgestellt, welche der vier Standort-Varianten die wirtschaftlichste ist.

veröffentlicht am 04.07.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2015 um 18:34 Uhr

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Was die Investitionskosten, also vor allem Planung, Erschließung, Abriss alter und Bau neuer Gebäude betrifft, liegt die Variante Linsingen-Kaserne mit rund 37,6 Millionen Euro im Vergleich zu den anderen Varianten vorne. Ein Neubau an der Thibautstraße würde laut Schätzungen des Planungsbüros SIKMA GmBH aus Achim nur rund 36 Millionen Euro kosten. Würde man zur Linsingen-Kaserne die in Zukunft freiwerdende Albert-Schweizer-Schule hinzunehmen, käme man auf Investitionskosten bis zu 32,2 Millionen Euro, würde man alle drei bisherigen Standorte (Langer Wall, Münsterkirchhof, Thibautstraße) weiter ausbauen, käme man auf Investitionskosten von bis zu 29,6 Millionen Euro. Die Betriebskosten über 25 Jahre lägen in diesem Fall allerdings bei rund 22 500 Euro – bei einem zentralen Standort auf der Kaserne wären es lediglich rund 16 000 Euro.

Alle diese Zahlen haben den Preis für den Grundstückskauf noch nicht berücksichtigt und sind zudem „Rechnungen aufgrund von Erfahrungswerten“, so Baudirektor Reinhard Müller. Eine Abweichung von 30 Prozent nach oben oder unten sei möglich.

Doch es geht dem Landkreis offenbar ohnehin bei seiner Empfehlung nicht nur um die Kosten – sie machen nur rund die Hälfte des Argumentationsgewichts aus. Es geht auch um bauliche und schulische Aspekte sowie die Qualität der Verkehrsanbindung. Die fußläufige Nähe zum Kreishaus, die Einrichtung eines Bildungscampus sowie die Möglichkeit, sich „berufsschulisch“ auf dem Kasernengelände zu entfalten, sind laut Verwaltung ebenso zu berücksichtigen. Auch Schulleiterin Gisela Grimme spricht sich klar für die Kaserne aus. „Die Verteilung auf drei Standorte kostet Kraft und den Steuerzahler Geld.“

Was die Finanzierung betrifft, könnte es allerdings noch ungemütlich werden: Das Innenministerium als Aufsichtsbehörde sieht „mit Sorge“, dass die Kasernen-Variante in voller Höhe über Kommunalkredite finanziert werden müsste. Eine endgültige Entscheidung über den Schulstandort wird im Herbst fallen.ant

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