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Lösung für Raumnot an Hamelner Grundschule? / Rathaus verhandelt über Miete

Stadt wirft ein Auge auf den britischen Kindergarten

Hameln. Das Phänomen überrascht: Nicht sinkende Schülerzahlen wie andernorts – Stichwort demografischer Wandel – machen der Grundschule Hohes Feld zu schaffen, sondern das genaue Gegenteil: Die Schule muss mehr Kinder unterrichten als ursprünglich geplant. Es wird eng im Komplex am Senator-Ebenbach-Weg. Um Abhilfe zu schaffen, gerät nun eine Einrichtung der abziehenden Briten in den Blick der Stadtverwaltung: Gleich in der Nachbarschaft der Grundschule liegt der britische Kindergarten.

veröffentlicht am 22.05.2014 um 10:18 Uhr

Keine architektonische Schönheit, aber eine naheliegende Lösung: der (noch) britische Kindergarten unweit der Grundschule Hohes Feld. Foto: Dana

Eigentlich ist die Schule im Hamelner Norden als zweizügige Grundschule konzipiert. In der aktuellen zweiten Klasse werden jedoch bereits drei Parallelklassen unterrichtet – und der Trend setzt sich fort: In den beiden ersten Klassen durften nur mit Ausnahmegenehmigung 54 Schüler auf zwei Klassen verteilt werden. Eigentlich sind Klassengrößen von 26 Schülern vorgesehen. Bei weiteren Zugängen würde dieser Jahrgang ebenfalls auf drei Klassen aufgeteilt. Auch bei der nächsten Einschulung werden aller Voraussicht nach drei erste Klassen entstehen.

„In dem Quartier ist insgesamt eine hohe Nachfrage“, beschreibt Volker Mohr, städtischer Fachbereichsleiter Planen und Bauen, den kleinen Kinder-Boom im Hamelner Norden. Auch Pestalozzi- und Basberg-Grundschule seien gut ausgelastet. In der Grundschule Hohes Feld zeichnet sich nun eine Lösung ab, „ohne in Hochbaumaßnahmen zu kommen“, wie Mohr sagt. Sprich: Würde der britische Kindergarten genutzt, müsste kein Gebäude errichtet, höchstens umgestaltet werden. Konkret sollte dann die Nachmittagsbetreuung der Grundschule in den ehemaligen Kindergarten ausgelagert werden. Denn eine Nutzung der Klassenräume für den Unterricht am Vormittag wie die Betreuung am Nachmittag sei künftig nicht mehr praktikabel. Erst gestern hatte der städtische Ausschuss Kindertagesstätten, Schulen und Sport beschlossen, das Angebot auch an dieser Schule deutlich auszubauen: 16 zusätzliche volle, vier weitere geteilte Plätze sollen hinzukommen, die Gesamtzahl damit verdoppelt werden.

Doch eigentlich käme dafür – ebenfalls gleich neben der städtischen Grundschule gelegen – noch eine weitere Briten-Immobilie in Frage: Wie der Kindergarten steht auch die benachbarte „Weser-School“ vom kommenden Schuljahr an leer. Doch der Schulkomplex sei „viel zu groß“ und auch „etwas verbaut“, fasst Mohr die Eindrücke einer Begehung zusammen. Also konzentriert die Stadt ihre Überlegungen auf das freistehende Kindergarten-Gebäude nebenan: nicht eben schön, aber offenbar zweckmäßig und ebenfalls nur einen Steinwurf von der Grundschule Hohes Feld entfernt.

Die Stadt will nun mit der für die verlassenen Briten-Immobilien zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) über einen Mietpreis für den ganz oder teilweise genutzten Kindergarten verhandeln. Die Kosten sollen, „wenn möglich, aus dem bestehenden Budget“ aufgebracht werden, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung. Die Chancen, sich zu einigen, stehen wohl so schlecht nicht. „Schließlich hat die Bima ein Interesse daran, die Immobilie ökonomisch zu verwerten“, sagt Fachbereichsleiter Mohr, der Hameln fast zeitgleich mit den Briten  Ende Juni verlassen wird. Haben sich Bima und Rathaus auf eine mögliche Miete verständigt, müsste letztlich die Politik entscheiden, ob der britische Kindergarten zum Nachmittagsquartier Hamelner Grundschüler wird.

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