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Britische Pioniere verabschieden sich mit Tag der offenen Tür, Parade und Konzert

Soldaten sagen „Goodbye“

Hameln. Das bevorstehende Wochenende ist eines der Entscheidung und des Abschieds. Dass Susanne Lippmann sich von ihrem Amt als Oberbürgermeisterin verabschiedet, steht schon länger fest, ob ihr Nachfolger Griese oder Wilde heißt, steht am Sonntagabend fest, und mit welchem Programm die britischen Pioniere sich am Freitag und Samstag aus Hameln verabschieden werden, steht jetzt auch fest.

veröffentlicht am 12.06.2014 um 10:10 Uhr

Besonderer Abschied: Anlässlich der Auflösung ihrer Einheit fuhren Soldaten und ihre Familien gestern Abend mit Amphibienfahrzeugen auf der Weser zum Anleger am Stockhof. Foto: fn

„Für die britischen Streitkräfte ist es ein trauriger Anlass“, heißt es über die Auflösung des 28. Engineer Regiments. Und wenn schon traurig, dann soll der Anlass „auf angemessene Art und Weise hervorgehoben werden“, erklärt Pressesprecher Mike Whitehurst. Die „letzten Male“ der Briten untereinander finden bereits seit Wochen statt, teils auf besondere Weise. So feierten gestern die Soldaten des 23 Amphibious Engineer Squadron auf dem Klüt – doch vorher fuhren sie mit Amphibienfahrzeugen auf der Weser vom Upnor Camp an der Fischbecker Landstraße Richtung Stockhof. Noch eine Besonderheit: die Frauen durften – alle festlich gekleidet – mitfahren.

Offiziell und öffentlich geht es am Freitag, 13. Juni, um 18 Uhr los. Dann findet im Bürgergarten ein Konzert der Band of the Corps of Royal Engineers statt, die in Chatham, Kent, stationiert ist. Noch-Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann wird dort sein und eine Rede halten. Sie will daran erinnern, dass die britischen Streitkräfte „als Besatzer kamen und nun als Freunde verabschiedet“ werden. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil ist zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Einen Tag später, am Samstag, 14. Juni, wird sich das Regiment ab 9.45 Uhr mit der Parade „Freedom of the City“ durch die Innenstadt von den Bürgern verabschieden. Die Soldaten marschieren dann durch die Bäckerstraße und halten gegen 10 Uhr vor der Hochzeitshausterrasse auf dem Pferdemarkt an. Dort wird das 28. Pionier Regiment stellvertretend vom Landeskommando Niedersachsen mit dem Fahnenband der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Auch hier wird Lippmann eine Rede halten.

Mit weniger Pathos, dafür mit mehr Heiterkeit und Ausgelassenheit geht es ab 14 Uhr beim Tag der offenen Tür auf dem Wasserübungsplatz der Royal Engineers im Wouldham Camp an der Ohrschen Landstraße weiter. Dort gibt es deutsch-britische Freundschaftsfußballspiele, Fahrzeug- und Ausrüstungs-Ausstellungen, eine Vorführung der M3-Panzerschwimmbrücke auf der Weser, Fallschirmspringer, Livemusik, Feuershows sowie ein großes Abschlussfeuerwerk um Mitternacht. Das war’s. Das wird die letzte öffentliche Veranstaltung der Briten in Hameln gewesen sein.

Ausschließlich geladene Gäste haben an diesem Wochenende noch zwei weitere Termine: Am Freitag gegen 15.45 Uhr auf dem Wasserübungsplatz Upnor – dort findet eine Partnerschaftszeremonie mit dem in Minden stationierten, schweren Pionierbataillon 130 der Bundeswehr statt. Dazu werden drei deutsche und drei britische Panzerschwimmbrücken vom Typ M3 auf der Weser miteinander verbunden. Die Zeremonie wird gegen 16.45 Uhr beendet sein. Den Hintergrund der Zeremonie erklärt Pressesprecherin Martina Hollmann: „Nach der Auflösung des 28 Pionierregiments wird der 23. Amphibische Zug mit 57 Soldaten und fünf Zivilbeschäftigten im Rahmen einer neuen Partnerschaft voraussichtlich noch drei Jahre lang in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne in Minden stationiert sein.

Am Samstag im Anschluss an die Parade durch die Stadt wird auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne eine offizielle, etwa einstündige Auflösungsparade des Regiments abgehalten. Diese Veranstaltung ist ebenfalls den geladenen Gästen vorbehalten.

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