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Ideen für den Baileypark

Single-Wohnungen statt Hütten

Hameln. Noch ist nichts in trockenen Tüchern – doch einen sogenannten Rahmenplan gibt es bereits. Für den Baileypark, das ehemalige Briten-Gelände unterhalb des Reimerdeskamps, soll nun ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Während die Stadt für den Gundolphpark (oberhalb des Reimerdeskamps) derzeit prüfen lässt, ob Bedarf für ein Gründerzentrum besteht (wir berichteten), sind die Ideen für den südlichen Bereich noch recht vage. „Themenwohnen“ ist zum Beispiel vorgesehen – was das bedeuten kann, erklärt Stadtbaurat Hermann Aden: „Das können zum einen Wohnungen für Single-Haushalte sein.“ Wobei mit Single-Haushalt weniger die klassische Studentenbutze gemeint ist, sondern eher barrierefreies Wohnen für ältere Menschen. „Oder generationenübergreifendes Wohnen.“ Denkbar mit oder auch ohne Alltagshilfen oder Pflegedienstleistungen, die dazugebucht werden.

veröffentlicht am 17.09.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 18.09.2014 um 12:45 Uhr

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„Es können aber auch größere Wohnungen sein“, sagt Aden – für Familien mit niedrigerem Einkommen zum Beispiel. Doch bevor man dort konkreter werden könne, müsse man „an den Markt herantreten und schauen, wo Bedarf ist.“ Angedacht ist zudem ein sogenannter „Quartiersstützpunkt“, der – dann je nach Wohnungstyp und Bedarf der Bewohner – ein Pflegestützpunkt oder auch ein schlichter Mietertreff sein könnte. Und wo neue Wohnungen entstehen, braucht man auch Einkaufsmöglichkeiten. Ein Edeka ist bereits am Bertholdsweg vorhanden – doch ein zweiter Markt könnte hinzu kommen. Offiziell will bisher niemand das Interesse eines Investors bestätigen, doch es scheint ihn zu geben. Auch im Einzelhandelskonzept der Stadt wird deutlich, dass die Nordstadt in Sachen „Nahversorger“ Aufholbedarf hat: Die „Entwicklung eines Grundversorgungszentrums“ an dieser Stelle sei „weiterhin beabsichtigt und auch notwendig“, heißt es.

Das Gelände durchlässiger machen könnte ein Weg mit grünen Trittsteinen (im Plan mit dem grünen Pfeil gekennzeichnet). Ideal wäre, die freien Flächen von der Weser über die Nordstadt bis in die umgebende Landschaft zu vernetzen – um „durchgängige Verbindungen“ zu schaffen, wie es in der Vorlage der Verwaltung heißt. Das dürfte allerdings gerade bei der Überquerung des Reimerdeskamps nicht leicht werden – ob überhaupt und, wenn ja, wie man diese Verkehrsschneise aufbrechen könnte, vermag Aden noch nicht zu sagen. Das hänge schließlich auch an der Nutzung, die für die Flächen vorgesehen sei.

Derzeit braucht man noch viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie ältere Menschen mit Rollatoren es sich dort gemütlich machen – ist das Gelände doch durch Funktionalität, meterhohe Zäune, Überwachungskameras und vor allem die alten Hütten der britischen Soldaten geprägt. Schon einfacher fällt die Vorstellung, dass sich hier Gewerbe ansiedelt. Sollten allerdings auch Wohnungen gebaut werden, müsste dies allerdings Gewerbe ohne „hohes Störpotenzial“ sein, merkt Aden an. Industrielle Betriebe sieht er in dieser Konzept-Variante neben den Wohnungen selbstverständlich nicht.

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  • Die Stadt überlegt, wie man das ehemalige 8,8 Hektar große Gelände künftig nutzen könnte.Wal

Bereits erste Interessenten für das Gelände

Dass es bereits Interessenten für den Bereich Baileypark gibt, bestätigt Aden – aus welchen Branchen sie sind, ist noch geheim. Konkreter sieht die Situation hingegen für den Bereich weiter oberhalb des Gundolphparks aus, dem Ravelin Camp – dort ist eine Photovoltaikanlage geplant (wir berichteten). Ein Investor steht offenbar schon bereit – nun muss die Politik ihren Segen zu dem Vorhaben geben. Würde der Plan durchgewunken, was Anfang Oktober der Fall sein könnte, sei es kein Problem, kurzfristig eine Baugenehmigung zu erteilen, so Aden. Dann könnte der Startschuss für den Solarpark noch in diesem Jahr fallen.

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