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Besichtigung der Britenhäuser: Interessenten geben sich Klinke in die Hand – doch viele finden Häuser zu teuer

Schön, aber zu klein für den Preis?

Hameln. Die geraden Nummern in der Marienstraße 48 bis 54 stehen zum Verkauf. Monika Mahlert wohnt auf 100 Quadratmetern zusammen mit ihrem Mann, direkt nebenan in der Luisenstraße. Ein Umzug in die Marienstraße in eines der ehemaligen Britenhäuser, „schön zentral“, das wäre es gewesen. Aber Wohnzimmertisch und Schrank rein und „da ist das Zimmer voll“, befindet ihre Freundin. „Zu teuer“, sagt Mahlert, die sich platzmäßig mehr von den schnuckeligen 78 quadratmetergroßen Häusern mit kleinem Garten versprochen hatte. Die „Mindestkaufpreiserwartung“ der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) liegt bei 85 000 Euro für ein mittleres und bei 90 000 Euro für ein Eckhaus, Baujahr 1955. Als Mahlert den kleinen Gang in Richtung Gartenpforte hinausnimmt, kommen ihr aber schon die nächsten Interessenten entgegen und treten ein. Beim zweiten Besichtigungstermin der zwei Reihenhäuser und zwei Reihenendhäuser ist ordentlich Andrang.

veröffentlicht am 06.05.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2015 um 16:40 Uhr

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Autor:

von Nina reckemeyer

So hatte sich das Peter Hoffmann-Schoenborn von der Bima in Hannover auch vorgestellt. Beim letzten Termin hatte er „in den drei bis vier Stunden rege zu tun“. Beim gestrigen Besichtigungstermin zwischen 13 und 16 Uhr haben er und Victoria Glistau gleich zu Anfang die vier im Grundriss gleichen Häuser aufgeschlossen. Nicht lang schnacken, die vielen Interessenten können direkt zum Kern der Sache vordringen. Drinnen angekommen heißt es hier „Ausbau oben eher schwierig“, und da „sehr kleine Räume“, man raunt „nur eine Toilette“. Einige machen sich Gedanken über die steile Treppe, die alle viergeschossigen Häuser (Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss, und Dachboden) inne haben. Andere registrieren die Teppichböden oder inspizieren die Heizung.

Andreas Dittmann und seine Frau suchen ein Heim, in dem sie sich „als glückliche Rentner zur Ruhe setzen können“. Dittmanns‘ erstem Eindruck nach ist der „Erhaltungswert gut, hier wurde viel gemacht, nix runtergekommen“. Hier könne er mit seiner Frau mit wenig Aufwand schnell einziehen und eine Altersabsicherung sei das hier zudem auch noch. Mit einem Preis, den er in seinem Leben noch abbezahlen könne. Von daher passt es. Dass es im Erdgeschoss keine Toilette gibt, sei schon ein Manko. In der Küche stehend denkt er darüber nach, unten ein Zweites einzubauen. In dem Eckhaus mit der Nummer 54 meint er aber einen nassen Schornstein gesehen zu haben – das müsse den Preis normalerweise noch nach unten regulieren.

Eine Frau und ihr Mann sind schon zum zweiten Mal hier, sie haben großes Interesse. „Ja aber hier ist ja so viel Bewegung, ob man da eine Chance hat?“ Nach der Besichtigung nutzen viele die Gelegenheit, den Ansprechpartnern der Bima einige Fragen zu stellen. Verhandeln zwecklos: Hoffmann-Schoenborn mangele es bereits jetzt nicht an Angeboten. Der Höchstbietende bekommt den Zuschlag. Wenn gen 23. Mai das Gebotsende erreicht ist, sei Dienstag danach raus, wer ein Haus bekäme.

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  • Bima Vertreter Victoria Glistau (im Bild) und Peter Hoffmann-Schoenborn haben bereits erste Preisvorstellungen von Interessenten erreicht.
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Ein Video der Besichtigung finden Sie auf dewezet.de

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