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Politik besichtigt Liegenschaften der Briten und zeigt sich von Größe der Gelände überrascht

„Künftig wissen wir, wovon wir reden“

Hameln. „Die Größenordnung hat mich überrascht. Aber künftig wissen wir, wovon wir reden “, sagt Thorsten Sander (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung. „Es ist alles noch viel größer, als ich gedacht habe. Jetzt brauchen wir Zeit, das alles sacken zu lassen“, fügt Sanders Stellvertreter Herbert Rode (SPD) hinzu und warnt zugleich vor voreiligen Schritten.

veröffentlicht am 27.05.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:58 Uhr

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Hans-Joachim Weiß Reporter zur Autorenseite

Vier Stunden lang hat der Ausschuss die Liegenschaften der Briten in Augenschein genommen, von denen die ersten bereits im Spätherbst an die Bima, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, übergeben werden sollen und für die Politik und Verwaltung nach neuen Nutzungsmöglichkeiten suchen. Per Bus geht es zum Raveling Camp, zur Linsingen-Kaserne, zum Gundolph Park und Bailey Park am Reimerdeskamp sowie zum Truppenübungsplatz Wouldham an der Ohrschen Landstraße. Für Erklärungen steht während der gesamten Tour Cornell Ian Scrivens parat, und der Quartiermeister der Linsingen-Kaserne hat viele Fragen zu beantworten. Er bewältigt diese Aufgabe souverän, spickt seine Antworten ein ums andere Mal mit typisch britischem Humor und kündigt an, dass der Bailey Park bereits zum Jahresende übergeben wird: „Um Erfahrungen zu machen und aus diesen dann für die weiteren Übergaben zu lernen.“

Am meisten beeindruckt zeigt sich die Hamelner Delegation vom zwölf Hektar großen Kasernen-Areal an der Süntelstraße. „Das ist ja eine Stadt in der Stadt“, schwärmt Karin Echtermann (SPD), denn auf dem Gelände ist fast alles zu finden: eine evangelische und katholische Kirche, Turnhalle, Kino, Navi-Shop und ein erst im Jahr 2007 erbautes Restaurant mit einer Sitzkapazität für bis zu 400 Personen. „Das ließe sich hervorragend eins zu eins als Mensa in einen Campus integrieren“, richtet Jürgen Mackenthun den Blick in die Zukunft. Grundsätzlich zeigt sich der Grünen-Politiker von der „hervorragenden Substanz“ der auf dem Kasernengelände stehenden Gebäude beeindruckt. „Bei konkretem Interesse lassen wir alles stehen und liegen“, sagt der Cornell, als er nach der künftigen Verwendung der auf 1000 Mittagessen pro Stunde ausgelegten Restaurant-Küche gefragt wird. Ansonsten werde alles verkauft. „Wir nehmen nur mit, was sich gut transportieren lässt“, schiebt der Soldat noch hinterher. Das gelte insbesondere für Gerätschaften.

Beim Anblick der vielen Flächen, die die Briten bald der Bima übergeben werden, legt sich die Stirn von Hermann Aden auch schon mal in Falten. Der Stadtbaurat macht sich seit seinem Amtsantritt in Hameln zusammen mit Fachbereichsleiter Volker Mohr Gedanken über adäquate Nachnutzungen. Im Bailey Park, wo die Briten ihre Fahrzeuge warten und betanken, sagt er spontan: „Das ließe sich von der Lage her gut gewerblich nutzen.“ Doch woher sollen die Betriebe kommen? Das weiß auch Aden (noch) nicht. Deshalb fügt der Dezernent hinzu: „Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn uns nicht für jedes Gelände sofort etwas einfällt.“ Absolute Priorität habe das Areal der Linsingen-Kaserne. Und dafür, so wird seitens der Verwaltung betont, gebe es bereits viele Interessenten.

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