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English Shop in der Basbergstraße schließt zum Jahresende nun doch – weil das Geschäft nicht mehr läuft

Ken geht in Rente

Hameln. Schwindet mit dem Abzug der Briten auch die britische Kultur aus Hameln? Zumindest verliert die Stadt nun einen wichtigen Anlaufpunkt, wenn es um Delikatessen von der Insel geht: Ken’s Little English Shop an der Basbergstraße schließt. Das kommt insofern unerwartet, als Betreiber Ken Smith noch im Sommer optimistisch in die Zukunft geblickt hatte. „Wir bleiben“, hatte Smith, der aus dem englischen Bradford stammt und nun in Hessisch Oldendorf wohnt, damals versichert. Doch nun die Ernüchterung: „Wir hatten gehofft, dass es nach der Schließung des Naafi Shops besser läuft“, sagt Smith, doch dies sei nicht der Fall. Der Naafi Shop, bei dem die britischen Soldaten heimische Produkte kaufen konnten, hatte bereits Ende Juli geschlossen. Smith glaubt aber auch, dass der Standort nicht optimal sei – eine bessere Alternative habe man zwar noch gesucht, aber nicht gefunden. Außerdem, merkt der 69-Jährige an, freut er sich auch, nun in Rente gehen zu können.

veröffentlicht am 17.12.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2015 um 17:50 Uhr

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„Absolut bedauerlich“ findet Thomas Häckel aus dem Vorstand des British German Club die Schließung. Und auch überraschend, denn eigentlich hatte Häckel erwartet, dass genügend Kundschaft für Smith vorhanden sei – denn neben den Soldaten kamen in Ken’s Shop auch Hamelner. Smith selber schätzt, dass rund die Hälfte der Kunden Deutsche sind. Auf rund 800 Menschen schätzt Häckel die potenzielle Kundschaft im Landkreis mit einem besonderen Faible fürs Britishness. Doch angesichts steigender Fahrkosten rechne sich das Geschäft für Smith offenbar nicht mehr.

Der Shop-Betreiber will aber weiterhin für dringende Sonderwünsche zur Verfügung stehen – schließlich sei er mehrmals pro Jahr in Großbritannien. Dauerhaft auf die Insel zurückkehren, wie es die Familie von Marvin Owen vom Naafi Shop gemacht hat, kommt für Smith aber nicht infrage. Seine Heimat ist Hessisch Oldendorf geworden – hier will er auch wohnen bleiben, sagt er. Ab sofort stockt er sein Sortiment nicht mehr auf – bis Ende Januar soll der Abverkauf laufen.

Wohin sollen sich nun Liebhaber britischer Produkte wenden? Seinen Stammkunden gibt Smith Hinweise auf Internetshops, in denen man ordern kann. Häckel hat bereits bei einigen Supermärkten Hamelns beobachtet, dass zeitweise britischer Tee oder Cider wieder in den Regalen angeboten wurden – und dann allerdings meist schon „innerhalb weniger Tage abgeräumt“ sind. Die Klientel für die Produkte sei offenbar da, meint Häckel. Und setzt darauf, dass auch die heimischen Händler diese Marktlücke ernst nehmen.

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„Closed“ – das Schild im Fenster von Ken’s Little English Shop bedeutet zur Zeit nur vorübergehend geschlossen. Doch zum Jahresende ist endgültig Schluss – Betreiber Ken Smith schließt den Laden. Mit dem Abzug der Briten läuft der Laden nicht mehr so gut wie von ihm erwartet.Wal/ah

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