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Politik will wichtige Weichen stellen / Elisabeth-Selbert-Standorte sollen zentralisiert werden

Grünes Licht: Schule auf Kasernengelände

Hameln. Es ist so gut wie beschlossen: Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule werden künftig auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne büffeln. Nachdem die Kreisverwaltung vorgeschlagen hat, alle Standorte der Berufsschule dort zusammenzulegen, gibt die Politik nun Rückendeckung: Mechthild Clemens, Vorsitzende der Grünen-Fraktion, sagt: „Wir würden dem Vorschlag folgen.“ Und spricht dabei nach eigenen Angaben nicht nur für die eigene Partei, sondern für die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und Piraten im Kreistag. Doch eine Einschränkung macht Clemens deutlich: „Voraussetzung ist aber, dass die Finanzen geklärt sind.“ Auch Ulrich Watermann (SPD) hält die Kasernen-Variante grundsätzlich für einen „gangbaren Weg“.

veröffentlicht am 23.09.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 10.12.2014 um 18:18 Uhr

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Die Finanzen belaufen sich auf rund 53,6 Millionen Euro – dieser Betrag umfasst sowohl die Investitionskosten von rund 37,5 Millionen Euro sowie geschätzte Betriebskosten über 25 Jahre. Es war zwar nicht die günstigste Variante, für die sich die Verwaltung ausgesprochen hatte (wir berichteten), aber in der Gesamtbetrachtung wurden auch schulische sowie städtebauliche Aspekte berücksichtigt. Das Gelände sei zum einen so groß, dass die Schule bei Bedarf in den nächsten Jahren erweitert werden könnte. Zudem würde diese Variante den Standort am Langen Wall freigeben, den die Stadt als „Filetfläche“ an der Weser besser als bisher vermarkten könnte.

Doch wenn es um die Finanzen in Sachen Linsingen-Standort geht, gibt es noch Stirnrunzeln. Vor allem bei der Kommunalaufsicht, dem Innenministerium, in Hannover. „Mit Sorge“ sehe man, dass das Projekt komplett über Kredit finanziert werden müsse. Um die Kommunalaufsicht zu besänftigen, müsste der Landkreis noch deutlicher klarmachen, wo künftig Prioritäten bei den Investitionen gemacht werden. Welche Projekte also aufgrund des Großprojektes Linsingen-Kaserne abspecken müssen, wird sich noch zeigen. Clemens jedenfalls ist optimistisch: „Wenn es sich finanziell darstellen lässt, unterstützen wir das.“

Erreichbarkeit für

Schüler und Lehrer sei optimal

Eine lange Auseinandersetzung ist auf politischer Seite offenbar nicht mehr zu erwarten – auch Otto Deppmeyer (CDU) hält die Variante für die richtige Entscheidung. Von ihm gebe es „Rückendeckung“ für den Vorschlag. Auch wenn es nicht die günstigste Variante sei, seien die preislichen Unterschiede doch eher gering. Die anderen drei Varianten – Neubau an der Thibautstraße, Sanierung aller drei bisherigen Standorte und Zentralisierung auf der Kaserne neben Nutzung der Albert-Schweitzer-Schule und Sporthalle Wilhelm-Busch-Straße – lagen jeweils zwischen 49,6 und 52,1 Millionen Euro. Auch Deppmeyer sieht weitere Vorteile bei der Kasernen-Variante – die auch schon die Verwaltung in den Vordergrund gestellt hatte. Unter anderem sei die Erreichbarkeit für Lehrer und Schüler optimal erfüllt. Zudem biete die Fläche das größte Entwicklungspotenzial für die Entwicklung der Berufsschule.

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Für die Albert-Schweitzer-Schule, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen, die sich südwestlich an das Kasernen-Gebäude anschließt, hat die Verwaltung bereits eine Idee: Man könnte sie für Verwaltungszwecke nutzen, gegebenenfalls hier eine Außenstelle des Kreishauses einrichten. Denn im Rahmen der Inklusion werden in Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen sowohl in der 1. als auch in der 2. Klasse keine Schüler mehr aufgenommen.

Wie groß die Fläche letztlich genau ist, die der Landkreis dann von der Bundesanstalt für Immobilien ankaufen müsste, ist noch geheim. Darüber soll heute im nichtöffentlichen Teil des Bau- und Schulausschusses beraten werden. In der Verwaltungsvorlage ist von rund 27 000 Quadratmetern die Rede – möglicherweise wird die Fläche aber auch größer. Auch der Kaufpreis wird noch geheim gehalten; der Kreis hatte als Verhandlungsgrundlage zunächst 650 000 Euro eingeplant.

Da die Gebäude der Briten sich allerdings nicht für den Unterricht eignen, müssen neue gebaut werden – bis die Schüler also tatsächlich ihren neuen Schulweg antreten können, bleibt eine weitere Großbaustelle zu bewältigen. Und für den Kreiskämmerer die Aufgabe, die Kommunalaufsicht wegen der Finanzen zu besänftigen.

Der rote Bereich auf dem Kasernengelände oder zumindest Teile davon könnten künftig dem Landkreis gehören. Die Gebäude würden abgerissen.Dana

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