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Flora und Fauna stehen Verwirklichung eines Solarparks auf dem Ravelin Camp nicht im Wege

Eine Chance für seltene Pflanzen- und Tierarten

Hameln. Unter der Berücksichtigung artenschutzrechtlicher Belange hat die Stadtverwaltung eine umfangreiche Bestandsaufnahme zur Pflanzen- und Tierwelt auf dem Areal des jetzt von den Briten freigegebenen Ravelin Camps vorgenommen. Grund ist eine geplante Photovoltaikanlage auf zehn Hektar des insgesamt 40 Hektar großen Geländes. „Auf dieser Grundlage wurden Vermeidungsmaßnahmen entwickelt, nach denen erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft durch den geplanten Solarpark ausgeschlossen werden können“, erklärte Bernd Mros jetzt vor dem Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Sämtliche auf dem Gelände anzutreffenden Tier- und Pflanzenarten seien erfasst. Der Abteilungsleiter für Grünflächen und Naturschutz im Hamelner Rathaus fügte allerdings hinzu, dass während der gerade laufenden öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes noch Einwände angemeldet werden könnten. „Im Moment aber gibt es keine großen Bedenken“, ließ Mros wissen und betonte, dass die Umsetzung aller getroffenen Maßnahmen durch das Planungsbüro kontrolliert werde. Zudem seien alle Schritte, wie beispielsweise auch das Beweidungskonzept mit der Bima, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, abgesprochen worden.

veröffentlicht am 19.06.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2015 um 18:29 Uhr

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Da die inzwischen abgerissenen Baracken der Briten von Gebäudebrütern genutzt worden seien, sind zwischenzeitlich 28 Nisthilfen installiert worden. Durch den Mindestabstand der Photovoltaikanlagen zu Hecken sei auch gewährleistet, dass der seltene Neuntöter in seinem Lebensraum nicht beeinträchtigt werde. Da die Solarmodule eine bestimmte Höhe haben müssen, um darunter eine Vegetation zuzulassen, könne sich auch das äußerst selten wachsende mesophile Gras weiterentwickeln. Auch die Lebensqualität für Wald- und Zauneidechsen sowie Blindschleichen werde sich weiter verbessern, unterstricht der Abteilungsleiter.

Weil die Briten das Ravelin Camp nur selten genutzt haben, habe sich auf dem Areal in den vergangenen 50 Jahren Flora und Fauna ungestört entwickeln können, unterstrich Mros. Da auf dem Gelände Exemplare der vom Aussterben bedrohten Kreuzkröte gesichtet worden sind, regte Rainer Sagawe (Grüne) an, die Fläche nicht unter Landschafts-, sondern unter Naturschutz zu stellen. Auch wenn dann kein Solarpark entstehen könnte. Doch dieser Vorschlag fand kein Gehör, da es laut Mros keine bestimmten Pflanzen oder Tierarten zu schützen gelte, was Grundlage für Naturschutz sei. „Es werden alle Maßnahmen ergriffen, um wertvolle Tier- und Pflanzenarten zu schützen und ihnen die Chance zu geben, sich weiterzuentwickeln“, versicherte der Abteilungsleiter.

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