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Briten hinterlassen Gedenkstein

Dieses Geschenk wiegt schwer

Hameln. Mit einer großen Parade hatten die Briten im Juni endgültig „Goodbye“ gesagt. Doch schon zu diesem Zeitpunkt war klar: Die britischen Pioniere wollten etwas Bleibendes in der Rattenfängerstadt zurücklassen. Am Mittwoch, 3. Dezember, 11.30 Uhr, soll nun ein Erinnerungsstein feierlich enthüllt werden. Ort des Geschehens: eine Grünfläche am Friedrich-Maurer-Weg in der Nähe des ehemaligen Piper’s Club. „Wir haben uns in Hameln sehr wohl gefühlt und erinnern uns gerne an unsere Zeit in Hameln zurück“, sagt der stellvertretende Landesverbindungsoffizier Alan Patterson. „Deshalb wollen wir der Stadt als Geste unserer engen Verbindung einen Gedenkstein schenken.“

veröffentlicht am 02.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2015 um 10:13 Uhr

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Und dieses Geschenk wiegt schwer: Rund 1,5 Tonnen bringt der Wesersandstein auf die Waage, der im Beisein einer städtischen und einer britischen Delegation offiziell übergeben werden soll. Auf dem Stein ist auf einer Marmorplatte eine Inschrift in deutscher und englischer Sprache angebracht: „Zum Gedenken an die lange Freundschaft zwischen den Bürgern der Stadt Hameln und den Offizieren und Soldaten der britischen Armee in den Jahren von 1945 bis 2014.“ Für die Soldaten hat der Stein hohe Symbolkraft: Er war bei Straßenbauarbeiten in Höhe des Fort Luise gefunden worden und schmückte lange den Eingang zum Übungsplatz der Flusspioniere unterhalb des Ohrberg-Parks.

Oberbürgermeister Claudio Griese und Stadtbaurat Hermann Aden werden die Stadt vertreten, die britische Delegation besteht unter anderem aus Colonel Andy Bellingall, stellvertretender Stabschef des britischen Hauptquartiers in Bielefeld, Colonel David Kelly, Kommandeur der Westfalen Garrison, Oberstleutnant Ian Scrivens, ehemaliger Quartiermeister des 28 Engineer Regiment in Hameln, und Hauptmann Si Mayers. Auch ehemalige britische Soldaten, die in Hameln dauerhaft eine Heimat gefunden haben, werden sicher vorbeischauen.

Der Standort in der Nähe des ehemaligen Piper’s Club soll nicht der endgültige Platz für den Gedenkstein sein. Eine Verlegung auf das Areal der ehemaligen Linsingen-Kaserne ist laut Stadtbaurat Hermann Aden angedacht. Sinnvoll sei das allerdings erst, wenn der angedachte Quartierspark in der ehemaligen Kaserne realisiert werde.

Anfang November verließen die noch verbliebenen Streitkräfte die Linsingen-Kaserne mit der Schlüsselübergabe an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) endgültig. 69 Jahre lang waren britische Soldaten in Hameln stationiert, zu Spitzenzeiten lebten etwa 3000 Briten mit Angehörigen in Hameln. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Besatzungsmacht nach Hameln gekommen, hatten sie die Stadt inzwischen ins Herz geschlossen.

„Für unsere Royal Engineers ist Hameln der beliebteste Standort gewesen“, sagt Patterson. „Wenn die Soldaten an anderen Plätzen gefragt wurden, in welche Stadt sie versetzt werden wollten, lautete die Antwort immer Hameln.“fd/red

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