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Ehemalige Kaserne: Jetzt geht es um die Kostenfrage

"Die Halle nicht zu nutzen, wäre ein Jammer"

Hameln. Ortstermin in der alten Sporthalle auf dem Gelände der ehemaligen Linsingen-Kaserne. Die Vertreter Hamelner Vereine und anderer Institutionen geraten ins Schwärmen: „Der Raum wäre für uns ideal, das ist unser!“ Sagt Heino Menkens vom Seniorenrat, als er einen hinter der Halle liegenden Raum inspiziert. Eine Tafel an der Wand informiert darüber, dass diese „Village Hall“ 2008 eröffnet worden ist; Holzfußboden und Theke machen sie zum idealen Veranstaltungsraum. Als solcher war er auch von den Briten, die die Kaserne bekanntlich verlassen haben, genutzt worden. Könnten hier künftig Vortrags- oder auch Tanzveranstaltungen für die ältere Generation stattfinden?

veröffentlicht am 14.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2015 um 10:13 Uhr

Die Sporthalle auf dem Gelände der ehemaligen Linsingen-Kaserne wird nun nicht mehr genutzt.

Angelika Gromes, 2. Vorsitzende des Bogensportclubs (BSC) Weserbergland, scheint ebenfalls angetan: „Wir stehen auf jedem Boden“, macht sie für die Bogenschützen, die wie andere Sportler auf Raumsuche sind, deutlich. Und beantwortet damit zugleich die Frage, die stets aufkommt, wenn es um eine mögliche Nutzung der alten Sporthalle geht: Es gibt keinen Schwingboden, auch einige andere Anforderungen, die heute für sportliche Zwecke Voraussetzung sind, erfüllt das Gebäude offenbar nicht.

„Etwas Vergleichbares gibt es in Hameln nicht“

Damit scheide die Halle wohl für den Schulsport aus, heißt es immer wieder. Könnten die Pläne damit an der fehlenden Nachfrage scheitern? Bei der Besichtigung gestern Morgen unter Federführung des Kreissportbund-Vorsitzenden Fred Hundertmark wird eines deutlich: „Die Vereine haben großes Interesse.“ Und sie sind überrascht: Es gibt nicht nur die Halle selbst mit ihren rund 900 Quadratmetern Nutzfläche, auch zahlreiche Nebenräume rücken in den Fokus der Sportler. Etwas Vergleichbares gebe es in Hameln nicht, sagt Manfred Scholz für LG Weserbergland und ESV Eintracht Hameln. Laufen, Beachvolleyball, Fitness, Kugelstoßen, Gewichtheben, Gesundheitssport – all das wäre möglich. Leichtathletik auch im Winter – ohne nach Hannover ausweichen zu müssen – das könnte eine Mehrzweckhalle bieten. „Für kleinere Gruppen gibt es da allerlei Möglichkeiten“, sagt Udo Wolten, Vorsitzender des VfL. Er meint nach wie vor: „Es wäre ein Jammer, eine funktionsfähige Halle leerstehen zu lassen.“ Er mischt aber auch Wasser in den Wein und fragt sich, ob die Zahl der Interessenten tatsächlich ausreicht, um das Vorhaben finanziell bewerkstelligen zu können. Noch weiß niemand, welche Energiekosten tatsächlich anfallen. Hundertmark erwartet dazu nun noch nähere Angaben von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Versorgt wird die Liegenschaft über eine Dampfleitung von Enertec. Die Kostenfrage ist auch für Scholz die Kernfrage, die es nun zu beantworten gilt.

Unproblematisch ist laut Kreissportbund-Chef offenbar der Zugang zum Gelände. Die zuständige Vertreterin der Bima habe ihm signalisiert, das relativ unkompliziert handhaben zu wollen: „Einen Pförtner werden wir wohl nicht benötigen.“

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