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Zwischen Besucherzahlen und Bildungsauftrag: Neuer Museumsleiter spricht über seine Pläne

Briten-Ausstellung zum Briten-Abschied

Hameln. Auch ein Museum kann sich politisch voll auf der Höhe der Zeit bewegen. So dürfte es zumindest im kommenden Jahr in Hameln der Fall sein. Der neue Museumsleiter Stefan Daberkow plant dann eine Sonderausstellung über die Briten in Hameln. „Da sollte es zum Beispiel um die ,Freedom of the City‘-Parade viel Material geben“, meint der 33-Jährige und hofft auf Beiträge der Hamelner zur geplanten Ausstellung. Es würde eine Art Abschiedsgeschenk für die britischen Soldaten: Die erste Jahreshälfte des kommenden Jahres hat Daberkow zeitlich angepeilt – bis zum Sommer 2014 sollen alle britischen Soldaten Hameln verlassen haben.

veröffentlicht am 17.07.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

Allzu viel Zeit hatte Daberkow im neuen Job jedoch noch nicht, um sich über Inhalte Gedanken zu machen. In den führungslosen Monaten hat sich einiges auf dem Schreibtisch des Museumsleiters angehäuft. Nun steht beispielsweise eine neue, eigene Internetseite für das Museum weit oben auf dem Aufgabenzettel. Noch lässt sich die imposante Ausstellung des bis Herbst 2011 modernisierten Hauses in der Osterstraße auf den Seiten von hameln.de nur erahnen. „Wir wollen auch Reisebuchverlage anschreiben und darauf hinweisen, dass es hier ein neues Museum mit neuem Konzept gibt.“ Der Bereich Marketing sei nun „eine der vordringlichsten Aufgaben“, sagt Daberkow. Bei den Besucherzahlen – rund 25 000 kamen im vergangenen Jahr – sieht er „noch Potenzial nach oben“. Der Anfangsschwung nach dem Umbau ebbte 2012 nach einigen Monaten ab. Nun müssen neue Akzente her.

Doch Besucherzahlen sind für den neuen Museumsleiter nicht alles: Neben der Quantität stehe auch die Qualität. Museumspädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche würden „keine Riesen-Besucherzahlen“ bringen, seien aber sehr wichtig. Auf diesem Feld will der neue Chef intensiver tätig werden, etwa verstärkt Schulen ansprechen.

Touristen lockt dann aber doch vor allem der Rattenfänger ins Museum – oder zumindest ans Museum: „Wenn alle ins Museum kämen, die sich mit der Rattenfängerpuppe vor dem Eingang fotografieren lassen, wäre ich froh“, sagt Daberkow mit einem Schmunzeln. Dass der Rattenfänger künftig im Untertitel des Museums auftauchen soll, ist bereits beschlossen – wie genau, noch nicht. „Rattenfänger-Museum“ sollte dort laut Daberkow jedoch am Ende nicht unter dem eigentlichen Namen „Museum Hameln“ stehen. Das, argumentiert er, könnte zu Enttäuschungen bei Gästen führen. Schließlich geht es im Großteil der Dauerausstellung nicht um den Pfeifer.

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In Sonderschauen, so plant Daberkow, könnte es künftig dann auch nicht nur über den Rattenfänger, sondern auch über Hameln hinausgehen. Allgemeinere Themen wie „Islam“ oder vielleicht auch „Liebe“ könnten aufgearbeitet oder als Ausstellung gebucht und durch regionale Aspekte ergänzt werden.

Das Museum ist derzeit auch Thema in den politischen Gremien. Die Kooperation von Museumsverein und Stadt soll neu geregelt werden. Als „konstruktiv“ habe er die bisherigen Gespräche beider Seiten empfunden, sagt der Museumsleiter. „Es geht hier um die Zukunft des Museums und nicht um Stadt- oder Vereinsinteressen.“

Besucherzahlen sind für den neuen Museumsleiter nicht alles: Neben der Quantität stehe auch die Qualität.Wal

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