weather-image
15°
Bürger diskutieren über Nachnutzung der Linsingen-Kaserne / Zustand der Gebäude relativ gut

Bis zu 400 Wohnungen

Hameln. „Wir müssen etwas für die Menschen herausholen, aber uns auch den Realitäten stellen“, sagt Werner Sattler. Anlass für die mahnenden Worte des langjährigen Vorsitzenden der Hamelner SPD: der angekündigte Abzug der Briten, dessen Chancen und Risiken Thema des ersten „Stadtgesprächs“ der Sozialdemokraten waren. Über den langen Prozess der Verwertung der Liegenschaften müsse mit allen gesprochen und diskutiert werden, um das auf den richtigen Weg zu bringen, so der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Nord, Herbert Meistering. „Es sollen keine Wolkenkuckucksheime werden.“ Eine realistische Einschätzung der Situation sei angesagt, man müsse dabei flexibel bleiben, forderte Meistering.

veröffentlicht am 14.05.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2013 um 13:31 Uhr

270_008_6345613_hm304_SPD_gro_1505.jpg

Mehr as 80 interessierte Hamelner folgten dann den Ausführungen von Volker Mohr, Leiter Planen und Bauen bei der Stadt Hameln. Er stellte alle von den Briten genutzten Liegenschaften vor und den dazu geplanten „Konversionsprozess“. Begleitet durch 15 Fachleute, werde ein Rahmenplan erarbeitet und der Öffentlichkeit im Weserbergland-Zentrum am 4. Juni vorgestellt, so der Fachbereichsleiter. Den Bestand und auch den Zustand der Gebäude auf dem Gelände der Linsingenkaserne bezeichnete Mohr als „relativ gut“ – hierfür gebe es bereits zumindest für Teile ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Der „Gundolph Park“ präsentiere sich mit verwertbaren Hallen. In puncto Wohnungen stellte Mohr allerdings fest, dass nach und nach sicherlich „bis zu 400 Wohneinheiten auf den Markt kommen“. Wichtig sei ihm, so der Stadtplaner, dass zu allem der Bürgerdialog geführt werde. „Jeder kann sich detailliert über die Vorentwürfe informieren und auch Anregungen geben.“

Das nahmen die Teilnehmer dieses Abends gleich wahr. Die Natur solle auf einigen Flächen wieder in die Stadt gebracht werden, forderten einige. Eine eventuell durchzuführende Landesgartenschau könne da hilfreich sein – und mit der Nachnutzung nach der Schau für die Stadt viel Grün bringen. Die Übungsgelände könnten dem Stadtwald zugeschlagen werden. Wiederum andere favorisierten die Einrichtung eines großen Baufachmarktes, denn wenn die Nordstadtbürger etwas aus dieser Branche brauchen, müssten sie durch die ganze Stadt in den Südbereich fahren. Ein neues Bad sei auch denkbar, so einige.

Um die jüngeren Menschen in der Stadt und Region zu halten, wurde der Vorschlag gemacht, ein Bildungszentrum einzurichten, und das mit entsprechenden Wohnungen; wieder andere sprachen sich für ein Mehrgenerationenhaus aus, wie auch für eine „Park & Ride“-Fläche auf dem Übungsgelände an der Weser, um den Verkehr aus der Stadt herauszuhalten.

Christian Pardey schließlich stellte sein Projekt vor: die Beweidung der Übungsplätze mit seinen 150 Schafen. Zum Schießplatz der Briten schlug er vor, diesen doch der Polizei, der Jägerschaft, Schützenvereine „und anderen schießwütigen Menschen zur Verfügung zu stellen“. Letzteres, vor allen Dingen wohl seine Formulierung, kam nicht gut an beim Publikum und wurde mit heftigsten Unmutsäußerungen quittiert.

Ausdrücklich stellte Fachbereichsleiter Mohr zum Ende der Diskussion um die Nachnutzung der britischen Hinterlassenschaft fest: „Von vornherein darf man nichts ausschließen. Man muss auch offen sein für Neues.“ gro

Fachbereichsleiter Volker Mohr informiert die Bürger beim „Stadtgespräch“ über Chancen und Risiken des Britenabzugs. gro

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare