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Britische Pioniere feiern Veteranentreffen / Union Jack gehisst

„A warm welcome“ für die Briten

Hameln. Alle zwei Jahre findet das Veteranentreffen britischer Soldaten, die einst hier stationiert waren, in Hameln statt. Jetzt war es wieder so weit. Dass dabei die Kneipe „Badewanne“ eine Rolle spielt, hat Tradition. Und Anerkennung gab es für die Rede des Landrats Tjark Bartels in „schlechtem Englisch“.

veröffentlicht am 19.06.2016 um 15:12 Uhr
aktualisiert am 12.07.2016 um 13:01 Uhr

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Autor:

Christa Koch

„Prince Charming“ ist zurück. Und offenbar hat sich Roy B. Bloor, Veteran der 29 Field Squadron Royal Engineer Veterans, diesen schmeichelhaften Namen redlich verdient. Der Brite ist zum wiederholten Mal nach Abzug der königlichen Pioniere zu Gast in der Rattenfängerstadt – beim zweiten von drei Veteranentreffen, die alle zwei Jahre in Hameln stattfinden und das diesmal rund 60 Ehemalige nach Hameln geführt hat.

Bloor ist hier kein Unbekannter: „Immer, wenn er nach Hameln kommt, bringt er uns etwas Nettes mit, Pralinen oder so“, sagt Silke Müller. Die Wirtin des Restaurants „Schultheiß“, unmittelbar gegenüber der Linsingen-Kaserne gelegen und in früheren Jahren so etwas wie eine zweite Heimat der hier stationierten britischen Pioniere, freut sich mit Mitarbeiterin Nadine Wagner über das Wiedersehen ebenso wie die ehemaligen Soldaten, von denen rund 25 während ihres Besuchs in der Kaserne untergebracht sind.

Für dieses „Hameln Reunion“ genannte Wiedersehen hat Thomas Haeckel vom Hamelner British German Club, selbst Oberstleutnant a.D., den original Union Jack, die britische Flagge, aus dem Hamelner Museum geholt. Sie wird feierlich auf dem weitläufigen Kasernengelände gehisst, die Gäste trotzen mit stoischen Mienen dem auf sie herunterprasselnden Regen. Versteht sich, dass das Hoheitszeichen am Ende wieder abgegeben werden muss.

Viel Applaus gibt’s nach dem typischen Curryreis-Essen, zubereitet von Küchenchef Gordon Wilson und seinem Team, für Landrat Tjark Bartels. Der hat die Gäste vor die Wahl gestellt: entweder seine Begrüßung in gutem Deutsch oder in schlechtem Englisch. Natürlich votieren alle für Letzteres, und Bartels erweist sich in freier Rede als erstaunlich wortgewandt in fehlerfreiem Englisch (einschließlich „ti-äitsch“ = th). „A warm welcome“ entbietet der Landrat den Gästen von der Insel, dankt mit ihnen gemeinsam dem DRK, das für die Verpflegung verantwortlich zeichnet und stellt anschließend die Pläne für den zukünftigen Bildungscampus auf dem Gelände vor.

Die Veteranen hören mehr oder weniger aufmerksam zu, doch manchen scheint offenbar noch die letzte Nacht in der „Badewanne“ in den Knochen zu stecken. Und dort ging es auch am Samstag mit einem Frühschoppen weiter, ebenso wie gestern morgen. Danach wurde im Schultheiß gegrillt, in der Badewanne Abschied gefeiert.

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