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Vorentwurf zum Regionalen Raumordnungsprogramm will Windpark zwischen Halle und Bremke aufrüsten

Im Nordkreis soll „repowert“ werden

Halle / Bremke. Mit seiner rot-grünen Mehrheit hat der Kreistag Holzminden jetzt den Vorentwurf Windenergie zum Regionalen Raumordnungsprogramm beschlossen. Der Plan sieht vor, dass der Landkreis 1,9 Prozent der möglichen Fläche für Windkraft reservieren will. Damit schrammt der Landkreis knapp an der vorgegebenen Zwei-Prozent-Marge vorbei. Das Klimaziel will man dennoch durch größere Strommengen, die erzeugt werden könnten, erreichen. Mit dem Beschluss zum Vorentwurf Windenergie hat der Kreistag vor allem Flächen im Norden des Kreises ausgewiesen, insbesondere dort, wo sich heute schon Windräder drehen. Das Zauberwort heißt Repowering, also Austausch kleinerer durch leistungsstärkere Anlagen. Das soll vor allem im Nordkreis erfolgen, dort, zwischen Halle und Bremke, wo sich bereits eine größere Anzahl von Windrädern drehen.

veröffentlicht am 22.12.2015 um 16:26 Uhr
aktualisiert am 07.01.2016 um 13:13 Uhr

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Autor:

Henry Griesefell
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Ausdrücklich abgelehnt wurde von der Kreistagsmehrheit, Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet Solling herauszunehmen. „Wir können kein grünes Licht für den Bau von Windenergieanlagen in Lauenförde und Derental geben“, kommentiert Gerd Henke, Kreistagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen und stellvertretender Landrat, den Beschluss, an dem er selber maßgeblich mitgewirkt hat.

„Das Landschaftsschutzgebiet Solling ist unter ökologischen Gesichtspunkten so wertvoll, dass wir es nicht antasten dürfen“, so Henke. Abgesehen von seiner landschaftsprägenden Bedeutung über dem Wesertal sei der Sollingrand für geschützte Vogelarten ein äußerst wertvoller Lebensraum. Dieses wertvolle Nahrungshabitat dürfe durch Windräder nicht gestört werden.

Nach Auffassung des stellvertretenden Landrat können nach dem Kreistagsbeschluss nun auch „die Nachbarn auf der anderen Weserseite aufatmen“. Denn Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von über 200 Metern hätten aus der Perspektive von Beverungen, Wehrden und Höxter das Landschaftsbild nachhaltig gestört. Ein Windpark auf über 350 Metern Höhe hätte eine solche Raumdominanz entfaltet, dass vor allem auch die Sichtachse zum Weltkulturerbe Kloster Corvey gestört worden wäre, erklärt Henke. Darauf hätten auch die Planer in der Holzmindener Kreisverwaltung bereits hingewiesen. Von der Gesamthöhe würden Windräder auf der Derentaler Hochebene sogar noch den Gipfel des Köterbergs übertreffen, so der stellvertretende Landrat.

Der jetzt beschlossene Vorentwurf Windenergie stellt auch ein Verbotsschild am Holzberg im Raum Stadtoldendorf-Heinade auf. Aufgrund des hohen Vorkommens des Rotmilans und anderer geschützter Arten soll auch hier der Bau von Windrädern nicht zugelassen werden.

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