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Deutliche Stellungnahmen der Räte von Ottenstein und Vahlbruch

Bergdörfer wollen nicht noch mehr Windkraft

Ottenstein / Vahlbruch. Für die Nachbargemeinden Ottenstein und Vahlbruch ist das Maß jetzt voll: In einer gemeinsamen Erklärung haben sie sich nach ihrer ersten gemeinsamen Ratssitzung gegen eine weitere Konzentrationsfläche zur Nutzung von Windenergie auf Pyrmonter Gebiet in unmittelbarer Nähe zu Lichtenhagen ausgesprochen.

veröffentlicht am 03.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 15:41 Uhr

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Beide Gemeinden, die direkt an Windenergieflächen auf dem Terrain von Pyrmonter Bergdörfern angrenzen, sind bislang unter Missachtung des Baugesetzbuches durch die Stadt Bad Pyrmont nie zu vorangegangen Windrad-Bauten befragt worden (wir berichteten). Das wollen sich Ottenstein und Vahlbruch jetzt im engen Schulterschluss bei der Vertretung ihrer Ortsinteressen nicht mehr bieten lassen: „Wir lassen uns hier auf der Hocheben nicht mehr weiter mit Windkraftanlagen zupflastern“, so die übereinstimmende Meinung der beiden Räte.

Und Manfred Weiner, Bürgermeister im Flecken Ottenstein, erklärt auch warum: Ottenstein produziere mit den Windrädern auf seinem Gebiet schon das viereinhalbfache der Stommenge, die in Flecken selbst verbraucht werden. Der Landkreis Holzminden arbeite derzeit an einem Raumordnungsprogramm, in dem auch neue Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden sollen. Und diese Untersuchungen hätten ergeben: „Bis auf die Ottensteiner Hochfläche sind angeblich alle anderen Standorte im Landkreis ungeeignet“, so Weiner: „Aber wir haben hier unser Soll an regenerativer Energie erfüllt!“

Und auch in den Pyrmonter Bergdörfern setze sich Pyrmonts Stadtrat einfach über deren Ablehnung weiterer Windkraftanlagen auf der Hochebene hinweg, so Weiner: „Wir werden hier belastet, um für fremde Unternehmer Windstrom zu erzeugen, von dem kein Cent hier bleibt.“ Ein Argument, das auch Vahlbruchs Bürgermeister Heinrich Ostermann teilt: „Ottenstein und Vahlbruch haben bislang nichts von der Gewerbesteuer der Betreiber der Windkraftanlagen abbekommen.“

Gegen das neueste Bad Pyrmonter Windpark-Projekt hat übrigens auch der Luft- und Flugsportverein Bad Pyrmont als Träger des Flugplatzes Kleinenberg Einspruch eingelegt. Die Einflugschneise würde durch die neuen Windräder verbaut; die Existenz des Pyrmonter Flugplatzes ist damit durch Bad Pyrmonts Windkraftpläne gefährdet. joa

Windkraftanlagen auf der Hochebene wurden auf Pyrmonter Gebiet bis direkt vor die Kreisgrenze gebaut. joa

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