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Windsbraut GmbH klagt will vor Gericht den Bau von fünf Anlagen bei Eichenborn durchsetzen

Windräder werden Thema für Richter

Bad Pyrmont. Die Firma Windsbraut GmbH & Co. KG aus Lemgo will vor dem Verwaltungsgericht Hannover den Bau von fünf Windrädern bei Eichenborn durchsetzen, den ihr der Landkreis Hameln-Pyrmont versagt hat.

veröffentlicht am 05.01.2016 um 16:52 Uhr
aktualisiert am 07.01.2016 um 13:14 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Die Geschichte der Ausweisung von Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Bad Pyrmont ist auch eine Geschichte der Gerichtsprozesse. Nun hat die Firma Windsbraut GmbH & Co. KG aus Lemgo ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Das Unternehmen hat beim Verwaltungsgericht Hannover zwei Klagen gegen Entscheidungen des Landkreises Hameln-Pyrmont eingereicht.

Es geht um den Bau von insgesamt fünf Windrädern der Drei-Megawatt-Klasse bei Eichenborn in der sogenannten Suchfläche 7, den die Behörde den Lemgoern versagt hat. Begründung für diese Entscheidung: die Fläche steht grundsätzlich nicht für die Nutzung von Windenergie zur Verfügung. Bekanntlich hat die Stadt in ihrem Flächennutzungsplan ein Vorranggebiet für Windräder zwischen Baarsen und Neersen beschlossen. Die Suchfläche 7 gehört nicht dazu. Sie hat die Stadt erst später noch einmal untersuchen lassen – nicht zuletzt, um dort die Stadtwerke Bad Pyrmont zum Zug kommen lassen. Doch vor allem Einwände der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und der Deutschen Flugsicherung haben die Kommune – und die Stadtwerke ebenfalls – veranlasst, die Fläche wieder fallen zu lassen, denn die Platzrunden des nahen Flugplatzes in Kleinenberg würden zu nahe an dort stehenden Windrädern vorbeiführen. Außerdem spielten seltene Vogelarten und Fledermäuse eine Rolle bei der Bewertung der Fläche. Laut der Luftsportgemeinschaft Bad Pyrmont-Lügde, die den Flugplatz betreibt, lassen sich diese Platzrunden nicht verändern, ohne die Flugsicherheit oder den Lärmschutz für den Kurort Bad Pyrmont zu beeinträchtigen.

Dass die Windsbraut GmbH&Co. KG des Lemgoer Windmüllers Töns Nagel-Held, nun trotzdem klagt, verwundert zunächst. Äußern wollte sich Nagel-Held weder zu den Gründen noch zu den Erfolgsaussichten. Nagel-Held bestätigte lediglich die Existenz der beiden Klagen. In der Windkraftszene gibt es Vermutungen, dass er es auf Schadensersatz abgesehen haben könnte.

Nagel-Held, der die Windsbraut GmbH gemeinsam mit seiner Ehefrau als Geschäftsführer leitet, ist an einem halben Dutzend von Anlagen zwischen Baarsen und Neersen beteiligt. Die Zahl der Unternehmen, die unter seiner Adresse in Lemgo laufen, ist mindestens doppelt so groß. Die originellen Firmenbezeichnungen reichen von Windfrosch über Windbüchse bis hin zu Windmütze. Sie engagieren sich in der gesamten Region.

Die aktuelle Klage der Windsbraut GmbH ist nicht die einzige, die Bad Pyrmont betrifft. Auch gegen den Flächennutzungsplan der Stadt ist beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein Verfahren anhängig. Hans-Joachim Böhnke vom Baudezernat zeigt sich allerdings zuversichtlich, dass die Planung vor Gericht Bestand haben wird. „Kommt es so, dann haben sich auch die jüngsten Klagen beim Verwaltungsgericht Hannover erledigt“, glaubt er.

Bislang stehen bei Baarsen an die 20 Windräder. Die Jüngste wurde im Dezember in Betrieb genommen und ersetzt eine ältere Anlage. Verfügt hat der Kreis den Rückbau von drei Windrädern der Firma Ecomill Windpark GmbH bis spätestens August 2016. Sie waren in den 90er Jahren von der Stadt nach dem Baurecht genehmigt worden. Für sie gibt es aber mittlerweile eine geänderte Rechtslage als auch eine geänderte Zuständigkeit. Möglicherweise eröffnet dieser Rückbau aber wieder anderen Investoren neue Perspektiven.

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