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Barntrup will Windräder bei Hagen ermöglichen – die Pyrmonter Grünen auch

Wind an der Landesgrenze

Bad Pyrmont. Bislang hat die Pyrmonter Politik eine Vorrangfläche für Windenergieanlagen auf dem Hagen nicht ausgewiesen. Die Pyrmonter Grünen wollen das ändern. Sie sehen die Möglichkeit, die Pläne Barntrups für ein gemeinsames Projekt zu nutzen.

veröffentlicht am 13.11.2015 um 17:10 Uhr
aktualisiert am 20.11.2015 um 11:47 Uhr

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Autor:

VON HANS-ULRICH KILIAN
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Hagen. Vom geballten Anblick von Windrädern wissen die Bewohner der Pyrmonter Bergdörfer ein Klagelied zu singen. Dort hat Bad Pyrmont eine Konzentrationsfläche ausgewiesen. Ein mögliches Vorranggebiet auf dem Hagen wurde seinerzeit abgelehnt. Nur tut sich auf der anderen Seite der Stadt- und damit auch der Landesgrenze zur NRW etwas. Die Stadt Barntrup will dort Investoren ermöglichen, mehrere Windräder zu betreiben.

„Ich weiß nicht, wie viele Räder es sein sollen, aber das Verfahren läuft“, so Bürgermeister Klaus Blome, der von seinem Kollegen aus Barntrup darüber informiert worden ist. „Im Beteiligungsverfahren haben wir keine Eiwände geltend gemacht, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass wir seinerzeit ein eigenes Vorranggebiet auf Hagener Seite abgelehnt haben.“

Diesen Beschluss wollen die Pyrmonter Grünen revidieren, und haben erneut einen entsprechenden Antrag vorgelegt, der bislang in den Gremien aber noch nicht beraten worden ist. „Neben den Windverhältnissen sprechen vor allem die bereits vorhandenen elektrischen Leitungen und die Erschließung durch eine geeignete Straße dafür“, so Ratsmitglied Fabian Sieland. Dennoch müsse die Eignung der Fläche erst noch festgestellt werden und darum sei ein Ratsbeschluss notwendig. „Das Vorhaben Barntrups könnte für ein gemeinsames Projekt genutzt werden“, schlägt Sieland vor.

Es geht den Grünen nicht nur aber auch um die Pyrmonter Stadtwerke, die auf der Hochebene nicht zu Zug gekommen sind, was auch nicht mehr zu erwarten ist. .„Das Interesse der Stadtwerke ist aber weiterhin vorhanden“, so Grünen-Fraktionschef Klaus Muchow, der dem Aufsichtsrat des städtischen Unternehmens angehört. „Dort wo sie hinpassen, begrüße ich Windkraftanlagen“, so Bürgermeister Blome. „Ob das auch auf dem Hagen der Fall ist, wird sich im Laufe des Verfahrens zeigen.“

Die CDU-Fraktion Hagener Ortsrat hat ihm eine Liste mit Fragen übermittelt und darum gebeten, diese vor eine Beratung im Rat der Stadt im Ortsrat zu behandeln. Es geht unter anderem um die möglichen Vertragspartner, Naturschutz, Quell- und Grundwasserbelange und die Einschätzung der baurechtlichen Situation. „Wenn auf Barntruper Seite Windräder stehen, dann könnten vielleicht auch auf Hagener Seite welche stehen“, vermutet CDU-Ortsratmitglied Heinz Zühlke.

Der Ortsrat hat das Thema zwar am Montag auf der Tagesordnung, aber zunächst im nicht öffentlichen Teil und nur um zu beschließen, dass die Fragen beantwortet werden. „Ein Teil der Fragen lässt sich erst im Verfahren beantworten, ein Teil sicherlich früher“, so der stellvertretende Ortsbürgermeister Frank Maus (SPD) , der zurzeit den erkrankten Ortsbürgermeister Andreas Müller (CDU) vertritt. „Wenn die Antworten vorliegen, wird es natürlich eine öffentliche Bürgerinformation geben“, versichert er. Grundsätzlich sei seine Fraktion bereit, dort Windkraftanlagen zuzulassen. „Wenn die Räder auf unserer und nicht nur auf Barntruper Seite stehen, dann bleibt auch die Gewerbesteuer hier.“

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