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Vorerst verfolgt Barntrup keine Windkraftplanung bei Hagen / Pyrmonter Grüne halten daran fest

Wer macht den ersten Schritt?

Bad Pyrmont/Barntrup. Wenn auf Barntruper Seite bei Hagen Windmühlen gebaut werden, dann könnte auf Pyrmonter Seite das Gleiche geschehen. Doch die Stadt Barntrup verfolgt ihre Pläne derzeit nicht weiter. Dafür halten die Pyrmonter Grünen an ihrem Antrag fest, dort ein Vorranggebiet auszuweisen.

veröffentlicht am 23.03.2016 um 15:35 Uhr
aktualisiert am 29.03.2016 um 16:45 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Bad Pyrmont/Barntrup. Die Stadt Barntrup verfolgt ihre Pläne, bei Hagen eine Fläche für den Bau von Windrädern auszuweisen, vorerst nicht weiter. Das bestätigte ein Sprecher des Bauamtes Barntrup. Völlig abgeschrieben ist die Fläche unmittelbar an der Landesgrenze aber noch nicht. Erst im Sommer wird sich herausstellen, ob die Stadt doch noch darauf zurückgreifen muss.

Barntrups Pläne werden auf Hagener Seite aufmerksam verfolgt, denn dort möchte die Fraktion der Grünen im Rat der Stadt Bad Pyrmont eine Fläche für die Nutzung von Windenergie ausweisen. Sowohl für diesseits der Landesgrenze als auch jenseits gibt es bereits Bauvoranfragen für jeweils zwei bis drei Windkraftmühlen.

Auf Barntruper Seite wird ähnlich argumentiert

„Wird auf Barntruper Seite gebaut, dann würde das unsere Pläne natürlich vereinfachen“, so der Fraktionsvorsitzende Klaus Muchow und auch aus den Reihen der CDU-Fraktion im Hagener Gemeinderat hatte es ähnlich geklungen. „Wenn auf Barntruper Seite Windräder stehen, dann könnten vielleicht auch auf Hagener Seite welche stehen“, meinte CDU-Ortsratmitglied Heinz Zühlke im November letzten Jahres. Auf Barntruper Seite wird im Übrigen ähnlich argumentiert.

Doch danach sieht es zurzeit nicht aus. „Nach den Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange verfolgen wir die Fläche im Moment nicht“, so Hans-Ulrich Drawe vom Bauamt der Stadt Barntrup, der von einer nicht mehr so großen Akzeptanz für Windkraft berichtet. Es habe sich sogar eine Bürgerinitiative gegen die Pläne gegründet. Zurzeit bereitet die Stadt in Lippe die Ausweisung von Konzentrationsflächen vor, mit einem Ergebnis rechnet Drawe im Juni oder Juli. „Ob Flächen herausfallen und wir zusätzliche Flächen benötigen, wird sich noch zeigen. Es kann sein, dass wir einen Schritt zurückgehen müssen und uns die geeigneten Flächen ansehen, die jetzt nicht mehr in der Planung sind.“ Weder harte Kriterien wie Naturschutzgebiete oder Leitungstrassen noch weiche Kriterien wie immissionsschutzrechtliche Mindestabstände zur Wohnbebauung sprechen laut den von der Stadt Barntrup beauftragten Planern vom Bielefelder Büro „Drees&Huesmann“ gegen die Eignung der Fläche bei Hagen. Die Bielefelder arbeiten auch an der Windenergieplanung für die Stadt Lügde. Auch dort gibt es eine ganze Reihe geeigneter Flächen an der Stadtgrenze von Bad Pyrmont.

Der Antrag der Pyrmonter Grünen ist bislang noch nicht abgearbeitet. Der Ortsrat Hagen hatte eine Reihe von Fragen zu den Plänen formuliert, mit deren Beantwortung durch das Baudezernat der Stadt Bad Pyrmont Muchow nach Ostern rechnet. Es geht unter anderem um die möglichen Vertragspartner, Naturschutz, Quell- und Grundwasserbelange und die Einschätzung der baurechtlichen Situation. Muchow versichert, dass er nach wie vor optimistisch sei. Ausschlusskriterien wären für ihn nicht zuletzt Naturschutzbelange aber auch eine optische Beeinträchtigung Hagens durch die drei Windräder. „Ich befürchte das nicht, und es wäre gut, wenn wir ein Landschaftsmodell hätten, das die Situation verdeutlich“, lautet sein Vorschlag. Aber dem Fraktionsvorsitzenden der Grüne ist klar, dass es in einem Wahljahr nicht einfach sein wird, ein in der Bevölkerung unbeliebtes Vorhaben durchsetzen zu können. „Und ganz allein wollen wir uns nicht in die Landschaft stellen. Laut Ortsbürgermeister Andreas Müller (CDU) sind die Räder im Ort sehr unbeliebt. Seine Fraktion zumindest sei ebenfalls dagegen. „Wenn dort die großen Anlagen hingestellt werden, dann kann man sie auch unten in Bad Pyrmont sehen“, meint er. Laut Müller ist die Fläche an der Landesgrenze in Barntrup auch politisch nicht mehr gewollt.

Seinen Optimismus begründet Muchow aber vor allem damit, dass der Standort ideal sei und auch die Stadtwerke Bad Pyrmont Interesse hätten, dort Windräder zu errichten. „Damit kann man noch Geld verdienen“, gibt er sich zuversichtlich.

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