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Planung trifft Eichenborn

Stadt hat keine Tabukriterien gegen Windrad

Bad Pyrmont. Die Stadt Bad Pyrmont sieht keine Möglichkeit, das geplante Windrad bei Lichtenhagen zu verhindern. „Wir haben keine harten Tabukriterien“, teilte Hans-Joachim Böhnke vom Baudezernat jetzt dem Bauausschuss mit. Laut Böhnke will die „Anröchter Windkraft Lichtenhagen“ dort eine Anlage mit einer Gesamthöhe von rund 100 Metern errichten. Die Pyrmonter Bauverwaltung interessiert das nicht zuletzt, weil der Standtort nur 350 Meter von Eichenborn entfernt liegt, und damit gut 150 Meter näher als an Lichtenhagen. Auf der betreffenden Fläche stehen laut Böhnke bereits vier Windräder, jetzt ist noch für ein fünftes Platz. „Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie“, rief Ausschussmitglied Alwin Steinmeyer (CDU) in Erinnerung, dass sich unlängst Ottensteins Rat energisch gegen Bad Pyrmonts Windenergiepläne auf der Hochebene gewehrt hatte (wir berichteten). Mehrheitlich hatten die Ottensteiner Kommunalpolitiker jüngst aber auch dem Windrad bei Lichtenhagen mit dem Argument, es gebe auf der Hochebene genügend solcher Anlagen, ihre Zustimmung verwehrt. Doch der Landkreis Holzminden hat diese Fläche als Vorranggebiet fürdie Nutzung von Windenergie ausgewiesen. Folglich ist der Einwand der Ottensteiner wirkungslos, denn auch ohne Zustimmung kann der Landkreis nach dem Bundesbaugesetz den Bau genehmigen. Das sieht auch Böhnke so. „Mögliche Hinderungsgründe wie Naturschutz oder die Platzrunden für den Flugplatz Kleinenberg sind von anderen Behörden und nicht von uns zu vertreten“, machte er deutlich, ließ aber durchblicken, dass er nicht glaube, dass diese Aspekte das Windrad verhindern werden. Immerhin könnten den Eichenbornern sieben weitere Räder erspart bleiben, die die Stadtwerke Bad Pyrmont und ein zweiter Investor dort bauen wollten. Doch wegen des zu geringen Abstands zur erweiterten Flugplatzrunde in Kleinenberg hatte die Flugsicherheit Wolfenbüttel erhebliche Bedenken angemeldet. Dem damaligen Stadtwerkechef Dieter Boldt hatte es allerdings zu denken gegeben, dass es auf Ottensteiner Gebiet drei Windräder gebe, die zu nahe am Flugplatz stünden und trotzdem genehmigt worden seien.uk

veröffentlicht am 27.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 15:18 Uhr

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