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Naturschützer kritisierten Windenergieplanung Bad Pyrmonts in scharfer Form

„Profit-, nicht energieorientiert“

Bad Pyrmont. Die Bemühungen des Stadtrates, die Konzentrationsfläche für die Nutzung von Windenergie im Bereich von Eichenborn (Suchfläche 7) zu vergrößern, sind beim Pyrmonter Naturschutzbund (Nabu) auf außerordentlich scharfe Kritik gestoßen. Der Rat werde nicht aus energiepolitischen, sondern aus profitorientierten Gründen getrieben, heißt es in einer Stellungnahme der Naturschützer zum aktuellen Bauleitverfahren, die dieser Zeitung vorliegt und die von den Nabu-Vorstandsmitgliedern Holm Rengstorf, Volker Klingler sowie Professor Kordt Rehn unterzeichnet ist.

veröffentlicht am 26.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 15:43 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Der Nabu lässt kein gutes Haar an der Planung, mit der vor allem auch den Stadtwerken Bad Pyrmont der Bau von Windrädern ermöglicht werden soll und die vom Rat in großer Einmütigkeit angeschoben worden ist. Da die Kommune die Auflagen des Energiegesetzes erfüllt und eine Konzentrationsfläche ausgewiesen habe, die mit Windrädern bebaut worden sei, könnte der Stadtrat nach Auffassung des Nabu die weitere energiepolitische Entwicklung gelassen abwarten. „Stattdessen befindet er sich seit mehr als zwei Jahren in hoher Geschäftigkeit und Unruhe“, heißt es wörtlich in der Stellungnahme, in der auch eine Begründung für dieses Verhalten zu finden ist. Ein Ratsherr habe in einer Protestversammlung zugegeben, dass die Ratsmitglieder „Getriebene der Windkraftanlagenindustrie“ seien, heißt es dort, und weiter: „Es ist schon quälend, als Naturschützer fast hilflos miterleben zu müssen, wie die Etappen zu profitablen Zielen abgewickelt werden.“

In der Sache selber weist der Nabu darauf hin, dass es in dem Plangebiet eine unerwartet hohe Artenvielfalt gebe, die von den Gutachtern bislang ignoriert worden sei. „Die aktuelle Situation wird stattdessen schlechtgeredet, damit die Auftraggeber die auf diese Weise als wertlos deklarierten Naturtrümmer problemlos liquidieren können.“ Die Suchfläche sei ein Brutplatz seltener und zum Teil gefährdeter Vogelarten von regionalem Rang wie Wachtel, Rotmilan oder Neuntöter.

Zurzeit bereitet die Stadtverwaltung die Änderung des Flächennutzungsplanes vor, über die der Rat entscheiden und die vom Landkreis Hameln-Pyrmont genehmigt werden muss. Dabei werden auch Stellungnahmen abgewogen. Nach Informationen unserer Zeitung hat auch das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig erhebliche Bedenken gegen die Planung wegen des naheliegenden Flugplatzes in Kleinenberg. Die Beratungen sollen im Bau- und Umweltausschuss am 11. März fortgesetzt werden.

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