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Naturschützer protestieren gegen die weiteren Windkraftpläne Bad Pyrmonts auf der Hochebene

Nabu sieht Gefahr für seltene Vögel

Bad Pyrmont/Eichenborn. Die Kritiker einer Ausweisung von Flächen für den Bau von Windkraftanlagen bei Eichenborn bekommen Unterstützung vom Pyrmonter Naturschutzbund (Nabu). Dort macht man sich Sorgen um seltene und zum Teil auch bedrohte Vogelarten. „Im Fall einer Bebauung der Suchfläche 7 besteht aus Sicht des Vogelschutzes die Gefahr, dass die Brutvogelstandorte erlöschen und die Rastplatzqualität dieses Gebietes unbrauchbar gemacht wird“, heißt es in einer Stellungnahme an den Landkreis Hameln-Pyrmont.

veröffentlicht am 03.04.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 23.04.2015 um 11:40 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Prof. Dr. Kordt Rehn, passionierter Vogelkundler in den Nabu-Reihen, kennt die Suchfläche auf der Ottensteiner Hochebene seit gut 30 Jahren. Mit den Daten, die er erfasst hat, untermauern die Naturschützer ihren Protest gegen die Pläne der Stadt Bad Pyrmont. Drei bis vier Neuntöterpaare, mehrere Paare Turteltauben und zwei bis drei Wachtelpaare brüten hier nach seinen Erhebungen regelmäßig. Dazu komme noch der Rotmilan mit einem Horst in unmittelbarer Nachbarschaft zu den geplanten Standorten für Windkraftanlagen. Zu den rastenden Vogelarten während des Vogelzuges im Frühjahr und im Herbst zählt Rehn den Rotmilan mit 15 Exemplaren, den Steinmätzer, die Feldlerche und den Kiebitz. „Diese Artenvielfalt ist auch immer ein Hinweis dafür, dass hier die Natur noch in Ordnung ist“, unterstreicht der erfahrene Hobbyornithologe, der schon für die Vogelwarte Helgoland im Einsatz war, den ökologischen Wert der Fläche, die auch als Naherholungsgebiet für Bad Pyrmont dient. „Werden dort Windräder gebaut, dann wird dieses Naherholungsgebiet zerstört“, befürchtet er. Damit verstoße die Planung gegen die Vorgaben des Raumordnungsgesetzes. Bislang war die Fläche unter anderem wegen des Vorkommens des Rotmilans und des Landschaftsschutzes nach Auffassung der Planer nicht für eine Windkraftnutzung geeignet.

„Bad Pyrmont ist ein Kurort und lebt von seinen Gästen, die hier Erholung auch in der Stille und in der schönen Landschaft suchen, vor allem bei der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen“, nennt der pensionierte Mediziner ein weiteres Argument, das seiner Meinung nach gegen zusätzliche Windräder spricht. Er verkenne die Notwendigkeit einer Energiewende nach dem Atomunglück in Fukushima nicht, versichert er. „Doch der Landkreis Hameln-Pyrmont und das Weserbergland haben bereits eine Vorreiterrolle bei der Nutzung alternativer Energien übernommen, wie wir kürzlich in den Pyrmonter Nachrichten lesen konnten“, erklärt er und fragt: „Reicht das nicht?“

Beschlossen ist die Ausweisung der Fläche noch nicht, sie ist aber politisch gewollt. Bei dem Beschluss werden auch Einwände wie die des Nabu zur Sprache kommen. Die Naturschützer erwarten eine Stellungnahme der beteiligten Behörden. Zuletzt hatte auch Ottensteins Bürgermeister Manfred Weiner heftig gegen die Pläne des Nachbarn protestiert. Mehr als die 30 vorhandenen Anlagen auf der Hochebene könnten nicht mehr akzeptiert werden, warnte er.

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  • Turteltaube Tom Dove
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  • Neuntöter Tom Dove
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  • Auch der Rotmilan brütet laut Professor Rehn auf der Suchfläche. Nabu

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