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Stadt Lügde lädt zur Bürgerbeteiligung ins Dorfgemeinschaftshaus Rischenau ein

Morgen gibt‘s Infos über Windkraft-Pläne

Lügde. 13 Windräder drehen sich derzeit auf Lügder Gebiet. Doch es werden wohl mehr werden. Für wie viele Anlagen genau der Platz auf der fast 89 Quadratkilometer fassenden Fläche der Osterräderstadt und ihrer Ortsteile reichen könnte, steht bisher nicht fest. Denn die Vorgaben müssen Lügdes Politiker noch beschließen. Dazu zählt zum Beispiel das Festzurren von Tabukriterien – etwa, was die Mindestentfernung der Anlagen zu den Dörfern oder zu Einzelgebäuden betrifft. Die anschließend geplante Ausweisung möglicher Konzentrationszonen ist Lügdes einzige Chance, den Zubau von Windrädern zu steuern. Denn über konkrete Anträge zum Anlagen-Bau hat in der Emmerstadt niemand zu entscheiden. Das ist Sache der lippischen Kreisverwaltung in Detmold.

veröffentlicht am 21.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:58 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die Anzahl und Größe der möglichen weiteren Windkraftflächen können die Lügder allerdings nicht nach Lust und Laune begrenzen. Denn grundsätzlich gilt: „Wir müssen für die Anlagen ,substanziell Raum schaffen’“, erklärt Gregor Günnewich aus dem Bauamt mit Blick auf die einschlägigen Gerichtsurteile. „Das ist das Dogma, was über der gesamten Planung steht.“

Wie viele Anlagen später tatsächlich gebaut würden, stehe jetzt aber noch gar nicht zur Debatte. „Bisher liegen in Detmold wohl um die 20 Anfragen vor“, überschlägt Günnewich. Aber die ruhen so lange, bis der Lügder „Flächennutzungsplan Windenergie“ beschlossen ist.

Bevor Lügdes Ratspolitiker darüber abstimmen, sollen alle Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden, die mitreden wollen. Die „frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“ beginnt am morgigen Mittwoch um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus von Rischenau. Zu der öffentlichen Versammlung sind alle Interessierten eingeladen. Erwarten können sie Informationen „über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung sowie über die voraussichtlichen Auswirkungen“, heißt es in der Einladung. „Der Öffentlichkeit wird Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung gegeben.“ Nach der Versammlung haben die Bürger dann bis Mittwoch, 29. April, eine Woche Zeit, ihre Meinung zu den Plänen zu äußern. Das können sie direkt im Bauamt des Lügder Rathauses tun (montagsvon 7.30 bis 12.45 Uhr und 14 bis 18 Uhr, dienstags und mittwochs von 7.30 bis 12.45 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 12.45 Uhr und 14 bis 16 Uhr sowie freitags von 7.30 bis 12 Uhr). Sie können ihre Anmerkungen aber auch schriftlich abgeben oder per Post an die Stadtverwaltung schicken.

Diskussionsgrundlage für den morgigen Bürger-Infoabend sind Entwürfe, die die Planer der Firma Drees & Huesmann im Auftrag der Stadt erstellt haben. Eine der großen Fragen lautet nun: „Wie groß kann der „substanzielle Raum“ für die Windenergie sein?“ Die Antwort hängt von diversen Faktoren ab. Zum Beispiel, welche anderen Pläne die Stadt in bestimmten Bereichen verfolgt oder welche Bedeutung der Außenbereich im Gemeindegebiet hat. Ebenfalls berücksichtigt werden sollen Artenschutz, Naherholung und Tourismus. Darum kümmern sich zwar die Profis. Aber auch die Bürger können für die Auflistung dessen, was alles zu bedenken ist, ihre Standpunkte schildern. „Bedenken und Anregungen der Betroffenen können durchaus Auswirkungen auf die Tabukriterien haben“, betont Gregor Günnewich.

Windenergieanlagen sind grundsätzlich im Außenbereich zulässig und vom Gesetzgeber gewünscht. Den

Zubau kann die Stadt nur steuern, indem

sie Konzentrationszonen festlegt. Die PN-Gra-

fik zeigt die auf Basis solcher Zonen maximal mög-

liche Menge an Windrädern, die die Planer rein theoretisch für möglich halten – aber noch ohne die ausstehenden Lügde-spezifischen Vorgaben. Dargestellt ist hier „Abstandsvariante B“. Sie sieht zwischen Konzentrationszonen und Siedlungen grundsätzlich wenigstens 600 Meter Distanz vor, zu Einzelhäusern 300 Meter.

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