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Stadtwerkechef Boldt hat kaum noch Hoffnung, auf der Hochebene weitere Anlagen errichten zu können

Flugsicherheit vereitelt Windradpläne

Bad Pyrmont. Eigentlich wollten die Stadtwerke Bad Pyrmont und ein zweiter Investor auf der Ottensteiner Hochebene insgesamt sieben weitere Windräder errichten, doch für dieses Vorhaben haben sie offenbar kaum noch Hoffnung. Wegen des zu geringen Abstands zur erweiterten Flugplatzrunde in Kleinenberg hat die Flugsicherheit Wolfenbüttel erhebliche Bedenken angemeldet. „Alle Möglichkeiten, diese Bedenken auszuräumen, sind entweder untragbar oder unbezahlbar“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, Heinz Zühlke.

veröffentlicht am 03.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 15.12.2015 um 18:08 Uhr

Autor:

Hans-Ulrich kilian
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Er hatte vergangene Woche an einer Ratssitzung zur Windkraftplanung der Gemeinde Ottenstein teilgenommen und dort auf Bitten von Ottensteins Bürgermeister Manfred Weiner seine, wie er betonte, persönliche Einschätzung abgegeben. Doch auch Stadtwerkechef Dieter Boldt teilt seinen Pessimismus. „Große Hoffnung habe ich nicht mehr“, sagte er gestern auf Nachfrage. Er war sogar gemeinsam mit Zühlke auf Einladung der Luftsportgemeinschaft Bad Pyrmont-Lügde über der Suchfläche 7 geflogen und räumt nun ein: „Man kann die Bedenken nachvollziehen. Bei schlechter Sicht könnte eine Landung oder ein Start für ein Flugzeug problematisch sein.“

Der Pyrmonter Rat hatte gemeinsam beschlossen, eine weitere Fläche für die Nutzung von Windenergie auszuweisen, nicht zuletzt, damit die Stadtwerke sich dort engagieren können. Gemeinsam mit einem zweiten privaten Investor hatten sie ein Planungsbüro beauftragt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Doch das fand laut Boldt bislang keine durchschlagenden Argumente, die Bedenken zu zerstreuen. „Es gibt eine ganze Reihe von Einwänden, die man vielleicht abwägen könnte, aber nicht den Einwand der Flugsicherheit.“

Für Zühlke stellt sich jetzt die Frage, wie die städtische Bauverwaltung damit umgehen will. „Noch gibt es den Beschluss des Rates. Aber den wird er wohl korrigieren müssen.“

Baurat Thomas Goretzki hat das Thema schon lange nicht mehr auf die Tagesordnung des Bau- und Umweltausschusses gesetzt. „Wir warten auf die Ergebnisse des Planungsbüros und die Entscheidung der Investoren“, sagte er gestern.

Doch das Büro hat, wie Boldt bestätigte, mittlerweile seine Arbeit vorübergehend eingestellt, um Kosten zu sparen. Boldt will jetzt noch einmal mit dem Mitinvestor sprechen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Wird die Planung beendet, dann dürfte das bei den Bewohnern der Bergdörfer Erleichterung auslösen, denn ihre Dörfer sind ohnehin von Windrädern umgeben. Das ist auch Boldt klar, den nur eines wundert: Auf Ottensteiner Gebiet gebe es drei Windräder, die ebenfalls zu nahe an einem Flugplatz stünden und trotzdem genehmigt worden seien.

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