weather-image
Wie die Stadt und ihr Planer den vielen Neugierigen in Rischenau die geplanten Konzentrationszonen erklären

Erster Blick auf potenzielle neue Windrad-Flächen

Rischenau. „Was wir heute Abend hier machen, müsste die Kommune eigentlich nicht leisten“, stellte Jens-Peter Huesmann vom Planerbüro Drees & Huesmann am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus von Rischenau fest. Doch Bürgermeister Heinz Reker und Gregor Günnewich aus dem Bauamt wollten die Menschen frühzeitig über die Planungen informieren. Denn auch die Kommentare von Bürgern könnten die in Lügde geplante Ausweisung von „Konzentrationszonen“ noch beeinflussen.

veröffentlicht am 24.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.01.2016 um 13:55 Uhr

270_008_7708758_pn301_2404_5sp_Huesmann_9014.jpg

Autor:

Klaus Titze
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Die Ausweisung solcher Zonen auf einer fundierten Grundlage ist die einzige Chance der Kommune, Einfluss auf eine ungewünschte ,Verspargelung‘ unserer Heimat zu nehmen“, machte Reker deutlich, bevor Günnewich über die aktuelle Flächennutzungsplanung der Stadt informierte. Dabei machte er auch klar: Falls ein verhinderter Investor klagt, kann vor Gericht nur ein schlüssiges Konzept mit „substanziellem Raum“ für die Windkraft bestehen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht gefordert, allerdings ohne ihn konkret zu benennen. Jens-Peter Huesmann ist deshalb sicher: „In künftigen Klageverfahren werden Gerichte das definieren. Deshalb müssen wir in der Planung für die Stadt Lügde sehr detailliert vorgehen.“

Seine Erklärungen unterstützte er mit farbig markierten Landkarten. Die waren allerdings unübersichtlich gestaltet. Selbst die Ortsnamen fehlten darauf. Ein klareres Bild ergab dann eine Karte mit den vom Planungsbüro herausgefilterten möglichen Potenzialflächen. Das Ergebnis: Bei einem Abstand von 600 Metern zu Wohnsiedlungen könnten zu den vorhandenen 13 Windrädern auf Lügder Gebiet 66 weitere hinzukommen. In die Schockstille hinein machte Planer Huesmann aber deutlich, dass diese Zahl nicht das Endergebnis darstelle. Denn noch fehlen im Plan die speziell auf die Region Lügde bezogenen Kriterien wie etwa der Artenschutz, lohnende Flächenzuschnitte, Entwicklungsplanungen der Stadt oder Denkmalsbereiche. Hier seien Hinweise von Bürgern hilfreich. „Zum Schluss werden es sicher wesentlich weniger Flächen und Anlagen, als wir heute hier benannt haben“, betonte Huesmann. Aber man habe bewusst mehr Flächen in den Topf geworfen, um dem Vorwurf einer zu eingeschränkten Auswahl vorzubeugen.

Zunächst schien es, als müssten die Zuhörer die komplexen Informationen erst einmal sacken lassen. Zumal die Lügder mit der Windkraft – neben dem Güterverkehr, der Stromtrasse „Suedlink“ und dem Pumpspeicherkraftwerk – nun das vierte Problemthema vor der Brust haben. „Da bekommt der Begriff ,Bündelung’ eine ganz neue Bedeutung“, befand ein Teilnehmer am Rande der Veranstaltung sarkastisch.

Und doch entspann sich – bei aller Besorgnis manchen Bürgers – nach dem Informationsteil eine sachliche Diskussion, in der Gregor Günnewich unter anderem erklärte, dass die unterschiedlichen Abstände der Anlagen zu Wohngebieten und Einzelhäusern auf entsprechenden Gerichtsurteilen fußen. Konkret werde über die Abstände später im Genehmigungsverfahren entschieden.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare