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Lügde sieht potenzielle Flächen für Windräder auch unmittelbar an den Grenzen der Kurstadt

Das geht auch Bad Pyrmont an

Bad Pyrmont/Lügde. Die Stadt Lügde rückt bei ihren Planungen zur Ausweisung von Flächen zum Zwecke der Erzeugung von Windenergie eng an das Stadtgebiet von Bad Pyrmont heran. Beschlossen ist noch nichts, das Verfahren findet sich in einem frühen Stadium, an dem auch die Nachbarstadt Bad Pyrmont beteiligt ist.

veröffentlicht am 22.04.2016 um 13:51 Uhr
aktualisiert am 06.06.2016 um 18:21 Uhr

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Autor:

von hans-ulrich kilian
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Die Stadt Lügde rückt bei ihren Planungen zur Ausweisung von Flächen zum Zwecke der Erzeugung von Windenergie eng an das Stadtgebiet von Bad Pyrmont heran. Das betrifft in erster Line die Bergdörfer Großenberg, Kleinenberg und Baarsen, Hagen und – merkwürdig genug – auch eine Fläche südöstlich der S-Bahnstrecke zwischen Bad Pyrmont und Lügde in unmittelbarer Nähe zum Pyrmonter Bahnhof. Hier überall sieht die Lügder Bauverwaltung potenzielle Konzentrationszonen, die sie in ihre Untersuchung einbezogen hat.

Beschlossen ist noch nichts, das Verfahren findet sich bisher in einem frühen Stadium, an dem auch die Bauverwaltung der Nachbarstadt Bad Pyrmont beteiligt ist. Bis zum 30. April soll, darum hat die Nachbarstadt gebeten, eine erste Stellungnahme im Lügder Rathaus vorliegen, berichtete Baudezernent Matthäus Schmidt jetzt dem Bauausschuss. Und die Nachbarstadt kann mit einer ganzen Reihe von Hinweisen rechnen. Insbesondere scheinen den Pyrmontern die Abstände zu Siedlungsflächen, avifaunistische (Vögel betreffende) Fragestellungen und Belange des Heilquellenschutzes in Bezug auf das Gemeindegebiet von Bad Pyrmont nicht ausreichend berücksichtigt worden zu sein.

„Es können aber noch weitere Aspekte, zum Beispiel Landschaftsschutz, eine Rolle spielen“, erläuterte Schmidt. Darum habe man auch den Landkreis Hameln-Pyrmont in die Beurteilung eingebunden. Eine endgültige Untersuchung der Planungsinhalte sei aber erst möglich, wenn die Stadt Lügde alle vorhandenen umweltrelevanten Informationen und sonstigen Gutachten zur Verfügung stelle. „Wir erwarten, dass dies auch geschieht“, so der Baudezernent.

Die Untersuchung der Stadt Lügde basiert auf einer Potenzial- beziehungsweise Tabu-Flächenbetrachtung für das Stadtgebiet unter Verwendung von neuen Schutz- und Tabuflächenabständen, die unter anderem vom Windenergieerlass Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2011 und neuere Rechtsprechung berücksichtige, wie es aus dem Lügder Rathaus heißt. Dass allerdings in den Planunterlagen die Wohnbebauungen auf Pyrmonter Seite „völlig außer Acht gelassen“ worden seien, wie Uwe Schrader (SPD) feststellte, hat in den Reihen der Pyrmonter Bauausschussmitglieder zu Irritationen geführt. „Unter anderem werden wir genau darauf in unserer Stellungnahme auch hinweisen“, erläuterte der Baudezernent.

„Es mag sein, dass wir einzelne Gebäude übersehen haben, aber natürlich werden wir auch Abstände zu Wohnbebauungen berücksichtigen“, versichert Lügdes Bauamtsleiter Jens Bossen auf Nachfrage. Denn genau darum gehe es bei der frühzeitigen Beteiligung der Behörden. „Wir sind auf solche Hinweise angewiesen.“ Bossen räumt ein, dass manche Abstände sehr eng bemessen seien, er sei sich aber sicher, gemeinsam mit Bad Pyrmont eine vernünftige Regelung und ein schlüssiges Gesamtkonzept hinzubekommen und sprach von einem „engen Korsett“, in das man die Flächen einbinden werde. „In diesem ersten Verfahrensschritt haben wir die potenziellen Flächen in einem möglichst großen Umfang dargestellt“, so Bossen, denn es gehe darum, am Ende genügend Raum für Windenergieanlagen zur Verfügung stellen zu können. Was „genügend“ Raum bedeutet, wird allerdings unterschiedlich definiert – je nach Sichtweise.

Laut Bad Pyrmonts Baudezernent Schmidt werden für die Änderung des Flächennutzungsplanes für die Nutzung von Windenergie die Potenzialflächen lediglich unter planerischen und städtebaulichen Aspekten betrachtet.

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