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Bürgermeister kritisiert Pyrmonts Pläne

30 Windräder reichen den Ottensteinern

Bad Pyrmont. Die Pläne der Stadt Bad Pyrmont, bei Eichenborn den Bau von weiteren Windkraftanlagen zuzulassen, sind beim benachbarten Flecken Ottenstein auf Protest gestoßen. In einem Brief an Bürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) hat Ottensteins Bürgermeister Manfred Weiner (CDU) darauf hingewiesen, dass auf der Hochebene weitere Anlagen „eigentlich nicht mehr akzeptiert werden“.

veröffentlicht am 28.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.04.2015 um 11:54 Uhr

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Autor:

von Hans-Ulrich Kilian
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Dass sich Weiner gestern zu Wort gemeldet hat, dürfte kein Zufall sein. Heute tritt der Pyrmonter Bau- und Umweltausschuss zusammen, um erneut einen Aufstellungsbeschluss zu fassen, mit dem das Verfahren zur Erweiterung der Konzentrationsfläche zur Nutzung von Windenergie auf den Weg gebracht werden soll. Den ersten Beschluss hatte Roeder als rechtswidrig eingestuft. Doch der Beschluss betrifft laut Roeder hauptsächlich Verfahrensfragen. In der Sache selber seien sich die Fraktionen einig. CDU und SPD hätten fast gleichlautende Anträge vorgelegt – nicht zuletzt, um den Stadtwerken Bad Pyrmont den Betrieb von Windrädern zwischen Eichenborn (Bad Pyrmont) und Lichtenhagen (Ottenstein) zu ermöglichen.

„Diese Fläche liegt keine 400 Meter von Lichtenhagen entfernt, und eine weitere Ausdehnung der hier schon vorhandenen Anlagen wird so nicht von den Bürgern und Einwohnern akzeptiert“, so Weiner gegenüber den Pyrmonter Nachrichten. Er weist darauf hin, dass es auf der gesamten Ottensteiner Hochebene bereits rund 30 Windkraftanlagen gebe und gemeinsam mit den „unzähligen“ Photovoltaikanlagen habe man sicherlich genug für die alternativen Energien in diesem Lebensraum getan. „Für die Selbstversorgung unserer Dörfer reicht das bereits aus“, schreibt Weiner an Roeder. Außerdem erinnert er daran, dass im Zuge der gemeinsamen Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung für die Jahre 2001 bis 2006 beschlossen worden sei, keine weitere Windkraft auf der Hochebene zuzulassen. „Daran hat sich die Stadt Bad Pyrmont in keinster Weise gehalten“, kritisiert Ottensteins Bürgermeister.

Bürgermeisterin Roeder lässt dieses Argument nicht gelten. „Die Vorzeichen haben sich geändert. Seit der Atomkatastrophe von Fukushima hat es ein Umdenken gegeben, und wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden sollen, dann müssen wir für Ersatz sorgen“, betonte sie. Sie erinnerte daran, dass im Zuge der Bauleitplanung alle Beteiligten um Stellungnahmen gebeten würden. „Und natürlich werden auch die Bedenken des Fleckens Ottenstein abgewogen, so wie andere mögliche Einwände auch.“

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  • In unmittelbarer Nähe zu Lichtenhagen will die Stadt Bad Pyrmont eine Vorrangfläche für den Bau von Windenergieanlagen ermöglichen, die hier schwarz umrandet eingezeichnet ist.

Wie und ob die Politiker auf die Kritik aus der Nachbargemeinde reagieren, wird sich heute (17 Uhr im Rathaus) zeigen. Weiner jedenfalls machte schon einmal deutlich, dass sie mit Protest rechnen müssen. „Die Bürger in Lichtenhagen sind bereit, eine Unterschriftensammlung gegen weitere Windkraft in der Nachbargemeinde Eichenborn zu initiieren“, lässt er Roeder wissen.

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