weather-image
Gebiete bei Eimbeckhausen, Dahle und Flegessen werden von Experten favorisiert

Windenergiekonzept sieht drei Flächen vor

Bad Münder. Von den zehn im Januar vom Planungsbüro Luckwald vorgestellten potenziellen Flächen für Windenergie im Stadtgebiet Bad Münders, haben die Experten letztlich drei als in Frage kommend für den Bau von Windenergieanlagen in ihrem Konzept berücksichtigt. Dieses wurde gestern während einer öffentlichen

veröffentlicht am 07.10.2015 um 00:03 Uhr
aktualisiert am 12.10.2015 um 17:56 Uhr

270_008_7779878_lkbm_windkraft_0557.jpg

Autor:

Mira Colic
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ratsinformationsveranstaltung präsentiert. Nach Abwägung aller Kriterien stehen die bereits bestehenden Flächen bei Eimbeckhausen (Kennziffer A), das Gebiet bei Dahle an der Grenze zu Springe (D) sowie der südliche Bereich zwischen Unsen und der B 217 in Flegessen zur Grenze nach Hameln (J-Süd) im Windenergiekonzept.

Die Fläche A sei durch den Umstand, dass dort bereits zwei Windenergieanlagen stehen, prädestiniert. „Wir wollen diesen Standort gerne erweitern“, so Georg Seibert vom Planungsbüro, der zwei weitere Anlagen dort für realisierbar hält und damit dem Konzentrationsgedanken Rechnung getragen werde. Das selbe Argument sieht der Experte für den Bereich J-Süd, der an Hamelner Stadtgebiet grenzt. Am Liethberg sind bereits Anlagen geplant, zwei weitere hätten auf münderschem Gebiet Platz.

Schritt für Schritt erklärte Seibert, warum welche Flächen aus dem Entwurfskonzept ausgeschlossen wurden. Weil die Planer während des Verfahrens den Mindestabstand zur Wohnbebauung von 700 auf 800 Metern erhöht haben, sind die Bereiche B und C weggefallen, da „sie so klein geworden sind, dass sie für eine sinnvolle Nutzung von Windenergie nicht mehr in Frage kommen“.

Gegen die Fläche E (Katzberg/Osterberg/Mathildental) sprechen laut des Experten mehrere Faktoren. So sei das Gebiet im Landesraumordnungsprogramm als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und befindet sich „in exponierter Lage innerhalb eines Erholungsraumes“. Die Fläche J-Nord (nördlich des Hamelner Standortes) unterschreite den empfohlenen Mindestabstand zum Schwarzstorch-Brutplatz und liege in seiner Flugbahn bei der Nahrungssuche.

Neben diesen natur- und artenschutzrechtlichen Aspekten haben die Planer auch die räumliche Situation berücksichtigt, etwa die Belastung für die Bewohner durch sie umgebende Anlagen – auch über die Grenzen Bad Münders hinaus. So seien etwa die in Coppenbrügge entstehenden Anlagen bereits eine hohe Belastung für die Bürger. „Aus diesem Grund empfehlen wir die Bereiche H (Hachmühlen und Flegessen oberhalb der Bahnlinie) und I (unterhalb der B 217 Richtung Flegessen) auszuschließen“, so Seibert – auch wenn der Verzicht auf diese drei verhältnismäßig großen Flächen nicht unproblematisch sei. Das Ziel, mindestens 7,1 Prozent seiner Potenzialflächen auszuweisen, verfehle Bad Münder mit den übriggeblieben drei Flächen (4 Prozent). „Aber ich bin der festen Überzeugung, dass gewichtige Gründe für unsere Auswahl sprechen, sodass Rechtssicherheit besteht“, so Seibert.

Entschieden ist derweil noch nichts, in den nächsten acht Wochen sollen die politischen Gremien den Vorschlag beraten, bis letztlich der fertige Entwurf steht. Bürgermeister Hartmut Büttner drückte es am Ende der fast zweistündigen Veranstaltung denn auch so aus: „Wir werden uns wiedersehen.“

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare