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„Weitere Windkraftanlagen völlig sinnlos“

Flegessen. „Während der Rat gerade eine Resolution gegen die Westverschiebung der Suedlink-Stromtrasse beschließt, wollen wir über die Windenergiepläne und den aktuellen Stand der Planungen in unserer Region informieren“, so Ralph Härke von der Bürgerinitiative „Gegenwind Süntel-Ith“. Als Referent hatten Härke und seine Mitstreiter Friedrich Schröder gewinnen können.

veröffentlicht am 14.10.2014 um 00:01 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 16:13 Uhr

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Schröder, Spezialist für Energietechnik und Elektrizitätswirtschaft, begann seine Karriere bei der Nordwestdeutschen Kraftwerke AG (NWK) und avancierte 1980 zum stellvertretenden Pressesprecher der NWK-Zentrale. Später war Schröder leitender Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit im Vorstandsstab der Preussen-Elektra. „Die Energiewende im Gesamtzusammenhang mit dem Schwerpunkt Windenergie – Segen oder Fluch?“ lautete Schröders Themenstellung vor rund 70 Gästen im Landcafé Flegessen.

Für den Windenergiekritiker ist es völlig sinnlos, die verfügbare Nennleistung durch den Bau weiterer Windkraftanlagen weiter zu erhöhen. Schröder: „Schon heute werden überschüssige Leistungsspitzen an Windstrom auf kurzem Wege von OstFriesland nach Holland über die Grenze gebracht. Verschenkt zu einem Spottpreis.“ Bevor man überhaupt an den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen denken könne, müssten erst Voraussetzungen geschaffen werden, um Energie aus Windstrom in nennenswertem Umfang speichern zu können. „Doch alles das, was dazu nötig wäre, wie Pumpspeicherkraftwerke, Windgasproduktion oder Batterietechnik, ist nicht einmal im Ansatz in Sicht“, bemängelte Schröder.

Auf Zustimmung stieß seine Feststellung, dass sich der „ungebremste Ausbau der Windkraftwerke insbesondere gegen Mensch und Natur“ richte. „Die Politik der niedersächsischen Landesregierung ist in dieser Hinsicht eine Katastrophe“, so der Energieexperte. „Unternehmer, Bauern und Fondverkäufer“, so zitierte Schröder die Frankfurter Allgemeine Zeitung, „haben eine Allianz geschlossen mit der Politik der grünen Ideologen und den Idealisten.“ Auch der bereits bestehenden Versorgung durch Windparks in Niedersachsen stellte Schröder ein schlechtes Zeugnis aus: „Die bislang installierte Nennleistung an Windenergie kann nicht mal einen akzeptablen Sockel als gesicherte Minimalleistung garantieren.“

Zersiedelung, Zerstörung, Verwüstung, unverwechselbare Landschaften wie das Weserbergland seien nachhaltig „einem politisch gewollten, stählernen Wildwuchs“ ausgesetzt.

Auch seine Kritik an den Tennet-Planungen in Sachen „Suedlink“ fiel bei den Zuhörern mehrheitlich auf fruchtbaren Boden. „Da kann ein Terrorist mit einer einzigen Sprengladung das gesamte Stromnetz Deutschlands lahmlegen“, fürchtete ein Gegenwind-Aktivist.

Die rund 50 Mitglieder der Initiative wollen nun erst einmal die Flächennutzungsplanänderung der Stadt Bad Münder abwarten. „Bis dahin werden wir unseren Vernetzungsgrad noch weiter steigern“, kündigte Härke an.hzs

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