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Pläne lösen großes Entsetzen aus

Hachmühlen/Flegessen. Noch bevor die Beschlussempfehlung der Stadt bezüglich der Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bau von Windenergieanlagen im zuständigen Bau- und Planungsausschuss beraten wurde, formiert sich auch in Flegessen und Klein Süntel der Widerstand. Nachdem bereits eine Gruppe Gegner auf der Ortsratssitzung in Hachmühlen Flagge gezeigt hatte, fand am Freitagabend in Flegessen das nächste Treffen derjenigen statt, die sich zur Bürgerinitiative „Gegenwind“ zusammenschließen wollen.

veröffentlicht am 17.02.2014 um 00:03 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 15:42 Uhr

In Emmerthal sollen die Flächen für Windkraft vergrößert werden.
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Windkraft-Kritiker Jürgen Engelhardt malte ein düsteres Szenario über die Auswirkungen der geplanten Windkraftanlagen mit 140 Metern Nabenhöhe. Gemeinsam mit Michael Hirsch habe er sich eine vergleichbare Anlage in Diepenau-Bramkamp bei Uchte angesehen. Den Bewohnern, die zwischen 600 und 800 Meter von den Windrädern entfernt wohnten, sei es im Sommer nicht möglich bei geöffneten Fenstern zu schlafen oder den Fernseher trotz heruntergelassener Außenjalousien bei normaler Lautstärke laufen zu lassen - zu heftig seien die Windradgeräusche. Die häusliche Terrasse sei als Erholungsort nicht mehr zu nutzen.

Neben den Plänen von Abo Wind haben sich auch fünf Hachmühler Landwirte mit Unterstützung eines Experten aus Gestorf zu einer GbR zusammengeschlossen. Ihr Versprechen: absolute Transparenz. „Wir wollen keinen Kriegsschauplatz wie in Netterede durch den Bau der Schweinemastanlage hervorrufen“, erklärte Frank Bertram, einer der Sprecher der GbR Hachmühlen-Süd. Im Gespräch sei auch die Gründung einer auf genossenschaftlicher Basis arbeitenden Betreibergesellschaft – im vergangenen Jahr hat dazu eine Informationsveranstaltung für die Landeigentümer mit einem Experten vom Genossenschaftsverband stattgefunden.

Wie aus einem Schreiben von Bürgern aus Hasperde, Flegessen, Klein Süntel und Hachmühlen hervorgeht, nehmen sie als unmittelbar Betroffene die Pläne der Landwirte, potenzieller Investoren und der Firma Abo Wind „mit großem Entsetzen zur Kenntnis“. Mit dem Brief an die Ratsmitglieder wollen die Unterzeichner ein Zeichen setzen, dass sie den geplanten Windpark „energisch, massiv und mit breiter Bürgerbeteiligung unter Nutzung aller juristischen Möglichkeiten bis in die letzte Instanz bekämpfen werden“.

Aufgrund der Art und Anzahl der geplanten Anlagen hätte die Maßnahme die Zerstörung der Zukunftsfähigkeit der Ortsteile zur Folge. „Die Belastungen der Bürger durch einen Windpark dieser Dimension und in dieser Lage sind aus gesundheitlichen, nachbarschaftsrechtlichen, eigentumsrechtlichen, natur- und landschaftsschutzrechtlichen Gründen unzulässig und unzumutbar“, heißt es weiter. Wieder einmal würden ganze Ortschaften den finanziellen Interessen einzelner Landwirte und Investoren geopfert werden.col

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