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Landrat hofft auf „erträgliches Bild“

Bad Münder. Nachdem das Interesse von Investoren, Windenergieanlagen auf münderschem Gebiet zu bauen, offensichtlich immer größer wird, ist Bürgermeister Hartmut Büttner mehr denn je von der Sinnhaftigkeit der Ausweisung von Vorrangflächen überzeugt: „Ich finde es sehr angemessen, unsere Planungshoheit zu nutzen, um die Privilegierung nicht voll durchschlagen zu lassen.“ In der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag wollen die Kommunalpolitiker die frühzeitige Beteiligung von Behörden und Öffentlichkeit beschließen.

veröffentlicht am 17.02.2015 um 00:03 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 15:13 Uhr

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In Gang gekommen ist das Verfahren im vergangenen Jahr, nachdem bekannt geworden war, dass ein Bereich entlang der Bundesstraße 217 zwischen Hachmühlen und Has-

perde in den Blickpunkt eines großen Windenergiekonzerns geraten ist. Im Januar wurde bestätigt, dass die Firma Abo Wind gerne am Deisterhang um das Schützenhaus Windkraftanlagen bauen würde – und erst vor einer Woche bestätigte das Unternehmen Landwind, Interesse an dem Gebiet zwischen Unsen und der B 217 in Flegessen zu haben. Zu ihrem Plan gehört, wie berichtet, ein rund 90 Hektar großes Areal am Liethberg bei Groß Hilligsfeld in Hameln.

Wird der Hamelner und Münderaner Windpark gebaut, könnten in nicht allzu ferner Zukunft auf den gut sechs Bundesstraßen-Kilometern zwischen Hilligsfeld und Hachmühlen mehr als 30 Windkraftanlagen links und rechts des Weges zu sehen sein. Mindestens zehn von ihnen mit einer Gesamthöhe von fast 200 Metern. Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels beruhigt: „Ich glaube, dass es am Ende des Genehmigungsverfahrens ein erträgliches Bild geben wird“, sagt er über die Pläne in seinem Landkreis. Bauvorhaben beispielsweise in Bad Münder muss der Landkreis absegnen. Er wacht dort also über Abstände und Artenschutz. Hameln plant und genehmigt selbstständig.

Bartels hätte grundsätzlich die Ausweisung von Windkraft-Flächen über den Landkreis bevorzugt. Doch das sei damals „politisch nicht gewollt“ gewesen. Der Kreistag war dagegen. Nun begegnen sich an der Bundesstraße nach Hannover also die Windkraft-Planungen – oder auch Nicht-Planungen – dreier Kommunen: Hameln hat zwei Vorranggebiete ausgewiesen, eins davon ist das bei Hilligsfeld. Coppenbrügge hatte nichts ausgewiesen – Investoren setzen den Bau der Anlagen an ihren Wunschplätzen juristisch durch. Und Bad Münder steht beim Thema Windkraft-Vorranggebiete noch am Anfang.

Unter Druck stehe die Stadt nun aber nicht, beruhigt Büttner, schließlich stehe das Verfahren noch am Anfang und man müsse der Kommune genügend Zeit einräumen, um es abzuschließen. Momentan würde der Landkreis als zuständige Genehmigungsbehörde einem entsprechenden Antrag von Landwind also nicht zustimmen. Das bestätigt Kreissprecherin Sandra Lummitsch: „Der Bau einer Anlage auf einer nicht entsprechend ausgewiesenen genehmigten Fläche wäre nicht rechtmäßig.“

Derweil hat auch Flegessens Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak jetzt den Dialog mit den Grundstückseigentümern, die sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben, gesucht. „Wie mir versichert wurde, liegen noch keinerlei spruchreife Pläne vor, geschweige denn unterschriftsreife Verträge.“ Olejniczak kündigte an, dass die Interessengemeinschaft zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen wolle, um ihre Pläne vorzustellen.col

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