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Größere Anlagen in der Lachemer Forst geplant / Politiker sehen Repowering als wirtschaftlich notwendig

Windräder – „Keiner hat solche Dimensionen geahnt“

AERZEN. Die drei Windräder auf dem Gebiet der Lachemer Forst bei Posteholz sollen durch größere und leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden. Dem Landkreis als Genehmigungsbehörde liegen dazu entsprechende Anträge des neuen Besitzers vor, womit in Aerzen erstmals ein sogenanntes Repowering vorgesehen ist.

veröffentlicht am 02.05.2016 um 19:21 Uhr
aktualisiert am 11.05.2016 um 12:12 Uhr

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Autor:

von christian branahl
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Die Gesamthöhe aus Turm und Rotor könnte damit bis zu 90 Meter größer ausfallen. Darüber informierte die Aerzener Gemeindeverwaltung den politischen Fachausschuss. Zwar sei der Landkreis Herr des Verfahrens, doch sollten die Pläne der Öffentlichkeit bekanntgemacht werden, sagte Bürgermeister Bernhard Wagner. „Da passiert nichts im stillen Kämmerlein.“

Bauamtsleiter Thomas Noltemeyer rief in Erinnerung, dass die Gemeinde seit 1999 insgesamt vier Vorrangflächen für Windenergieanlagen habe. Mit Ausnahme des Areals Reinerbecker Bruch gebe es keine Höhenbeschränkung. Die bisherigen Anlagen in der Lachemer Forst haben eine Nabenhöhe von 85 Metern bei einem Rotordurchmesser von 70 Metern. Das entspricht einer Gesamthöhe von 120 Metern. Ersetzt werden sie durch zwei Anlagen mit 149 und einer Anlage mit 137 Meter Nabenhöhe, wobei der Rotor einen Durchmesser von 126 Metern habe. Damit kämen sie auf einer Gesamthöhe von bis zu 210 Metern, wie Noltemeyer weiter vorrechnete.

„Keiner von uns hat damals geahnt, dass solche Dimensionen mal auf uns zukommen könnten“, sagte Ausschuss-Vorsitzender Friedel-Curt Redeker (CDU). Dennoch gab er zu bedenken, dass mit kleineren Anlagen keine Wirtschaftlichkeit mehr zu erreichen sei. Redeker: „Das ist der Trend der Zeit.“ Auch Carsten Klein (SPD) räumte ein, dass Repowering wohl der bessere Weg sei statt vieler kleiner Anlagen. „Die würden die Landschaft wirklich verspargeln“, meinte er. Doch die möglichen Folgen der Größe („Die Länge entspricht einem Fußballfeld“) müsse im Blick behalten werden. Als Beispiel nannte Klein den Schattenwurf. Dazu gebe es bereits im Zuge des Genehmigungsverfahrens ebenso Gutachten wie zum Schallschutz, sagte Noltemeyer. Redeker wusste, dass auch die Befeuerung – und damit die Beleuchtung der Anlagen in den Nachtstunden – untersucht werde. Laut Gutachten habe diese aber keine negativen Auswirkungen auf die Anwohner.

Dem Vernehmen nach tritt das Unternehmen Boreas (Dresden) als Investor auf, das nach eigenen Angaben seit 20 Jahren über Erfahrungen in der Windkraftbranche verfügt. Vorheriger Besitzer des Windparks Lachemer Forst war seit 2004 die Wallenborn-Gruppe, ebenfalls mit Sitz in Sachsen. Ursprünglicher Betreiber war die EBV-Unternehmensgruppe aus Oldenburg. Sie nahm den Windpark auf dem ehemaligen Militärgelände vor 15 Jahren in Betrieb, nannte damals eine Investitionssumme von 13 Millionen Mark. Woran sich viele noch erinnern: Bei der mit einem Tag der offenen Tür verbundenen Einweihung im Mai 2001 war ein Hubschrauber, der Rundflüge für Besucher anbot, aus 20 Meter Höhe abgestürzt.

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