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Investoren melden Wünsche an – Gemeindeverwaltung wartet auf politischen Auftrag

Windkraft-Planungen geraten ins Stocken

Aerzen. Der Wind bewegt nicht nur die insgesamt sieben Räder, die zur Stromgewinnung an bisher drei von vier ausgewiesenen Standorten im Flecken Aerzen, sogenannten Vorranggebieten für Windkraftanlagen, gebaut wurden. Die Windräder erhitzen auch die Gemüter der Menschen, die in ihrer Nähe wohnen, beispielsweise in Reinerbeck. Windkraftanlagen sind nämlich nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar. Diese Nebenwirkungen belasten die Menschen in der unmittelbaren Umgebung. Das ist allerdings nur ein eher untergeordneter Grund, warum vonseiten der Betreiber offensichtlich für das in Reinerbeck einzeln „Vorm Berge“ stehende Windrad über einen neuen Standort nachgedacht wird. Stichwort Repowering – eine in die Jahre gekommene Windmühle soll durch eine größere und leistungsstärkere moderne Anlage ersetzt werden. Auch für die Einzelanlage in Reinerbeck ist eine solche Leistungssteigerung im Gespräch, verbunden mit einem Standortwechsel, wie Bürgermeister Bernhard Wagner im Rahmen der Ortsratssitzung Reher anklingen ließ.

veröffentlicht am 07.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 16:08 Uhr

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„Um diese Anlage wirtschaftlich betreiben zu können, wünschen sich die Investoren eine Flächenverlegung in einen nahen Bereich ohne Höhenbegrenzung und mit der Option für eine zweite Anlage“, erklärt Wagner. Neben den vier Anlagen rund um Reinerbeck – drei auf dem „Unteren Feld“ an der Heerstraße und eine „Am Berge“ – werden drei weitere Windkraftanlagen auf dem ehemaligen Nato-Gelände in der Lachemer Forst von verschiedenen Investoren betrieben. Das Vorranggebiet „Scharben“ bei Schevelstein ist noch unbebaut, wie Wagner mitteilt. Hier könnten laut rechtskräftigem Flächennutzungsplan noch weitere Anlagen errichtet werden.

Ende 2013 seien zusätzliche mögliche Standorte nach den aktuell geltenden Kriterien untersucht worden, so der Bürgermeister weiter. Neben Groß Berkel, Dehmke und Dehrenberg könnte demnach auch Multhöpen ein möglicher neuer Standort für die Errichtung von Windkraftanlagen sein, wie damals bereits berichtet wurde. Allerdings habe die Gemeinde auch immer noch die ehemalige Raketenstellung bei Laatzen als möglichen Standort im Hinterkopf, erklärt Wagner. „Die durch die militärische Nutzung belasteten Flächen lassen nur eine sehr begrenzte Nachnutzung zu“, gibt er zu bedenken. Würden sich künftig auf dem nach wie vor von der Bundeswehr als Außenlandeplatz für Hubschrauber genutzten Areal Windkraftanlagen drehen, würde das automatisch das Aus für eine mögliche Zulassung der Flächen in Groß Berkel und Dehrenberg bedeuten, erläutert der Bürgermeister.

Nun liegt es in der Entscheidung der Fraktionen im Bauausschuss zu klären, ob es vonseiten der Politik gewünscht ist, dass sich die Verwaltung weiter mit dem Thema „Ausbau der Windenergie im Flecken Aerzen“ beschäftigt. Nach wie vor sind mehrere interessierte Investoren mit dem Bürgermeister im regelmäßigen Gespräch, so die Auskunft aus dem Rathaus, darunter bekanntlich die Planer einer Bürgerwindkraftanlage mit Geldgebern aus der Einwohnerschaft. „Ich persönlich hätte nichts dagegen, neue Standorte für Windkraftanlagen auszuweisen. Das muss aber rechtlich alles seine Ordnung haben“, sagt Wagner.

Von Sabine Brakhan

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