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Christdemokraten Klüter und Stallmann kandidieren für Wählergemeinschaft

Windkraftgegner wechseln von CDU in Freie Wählergemeinschaft

Emmerthal. Weil die CDU die Konzentrationsflächen für Windräder unterstützt, treten Uwe Klüter und Stephan Stallmann im Kommunalwahlkampf für die Freie Wählergemeinschaft (FWE) an. Beide sind langjährige CDU-Mitglieder, können sich mit dem Kurs ihrer Partei beim Thema Windkraft aber nicht mehr identifizieren.

veröffentlicht am 18.05.2016 um 14:33 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Zwei Emmerthaler Windkraftgegner mit dem Parteibuch der Christdemokraten treten im Kommunalwahlkampf für die FWE an. Das bestätigten CDU-Ratsherr Uwe Klüter und Stephan Stallmann, der bislang noch kein Mandat hatte. Stallmann ist Vorsitzender der Bürgerinitiative „Keine Windkraft im Emmertal“, während Klüter im Dezember sein Parteiamt an der Spitze des Emmerthaler CDU-Gemeindeverbandes aus Protest gegen die geplanten Windräder zur Verfügung gestellt hatte. Klüter, seit 2006 für die CDU im Gemeinderat, spricht „von der letzten Konsequenz“ seiner Haltung gegen die nach seiner Ansicht ungeeigneten Energieform hier vor Ort. „Vollkommen ungeeignet“ sei der Standort besonders zwischen Kirchohsen und Grohnde, wobei selbst die Planer es als nicht optimal einstuften.

Als die drei zusätzlichen Konzentrationsflächen im Gemeindegebiet ausgewiesen wurden, hatte Klüter als Einziger seiner Partei dagegengestimmt – übrigens ebenso wie die Wählergemeinschaft, die mit der CDU eine Gruppe im Rat bildet. „Ich bin mir isoliert vorgekommen“, sagt der Christdemokrat, der bis auf Weiteres der Partei angehören will, wenn „die CDU das so akzeptiert“. Inzwischen habe er keine führenden Funktionen auf Parteiebene, nachdem er auch dem Kreisverband nicht mehr als Beisitzer angehöre.

„Ich akzeptiere demokratische Mehrheitsbeschlüsse, allerdings akzeptiere ich nicht Entscheidungen, die darauf fußen, dass die Ratsvertreter sich nicht ausreichend informiert haben, von falschen Voraussetzungen ausgehen und auch als Landbesitzer direkt Vorteile aus dieser Entscheidung haben“, begründet Klüter seinen Wechsel. Für die Unabhängigen steht er bereits als Kandidat für den Kreistag fest, die FWE entscheidet am Freitag über ihre Liste für Gemeinderat und Ortsräte.

Zwar unterstütze er auch andere Themen der Wählergemeinschaft wie beispielsweise einen besseren Trinkwasserschutz, doch spiele die Windkraft eine wesentliche Rolle. „Wie können wir die Bürger so informieren, dass sie unruhig werden?“, nennt Klüter als sein wichtiges Ziel. Dabei gehe es ihm etwa um den Tierschutz, darunter für den Milan, aber auch um die Sicherung des Trinkwassers, da er negative Folgen durch die massiven Fundamente der Anlagen befürchtet.

„Man muss enttäuschten CDU-Wählern eine Plattform bieten, damit sie nicht gleich die AfD wählen“, nennt Klüter als sein weiteres Argument, für die FWE zu kandidieren. „Ich will damit auch die AfD kleinhalten.“

Stallmann hat als früheres Vorstandsmitglied seiner Partei ebenfalls keine Funktion mehr auf Gemeindeebene. Zwar war er im Dezember erneut in Abwesenheit als Schriftführer gewählt worden, doch habe er die Wahl nicht angenommen, sagt der Christdemokrat, der vor fünf Jahren bereits ohne Erfolg für die CDU als Gemeinderat kandidiert hatte. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative gegen die Windkraft will nun auf politischer Ebene seinen Kampf gegen die Konzentrationsfläche für die acht beantragten Anlagen zwischen Kirchohsen und Grohnde fortsetzen. Die Wählergemeinschaft sei für ihn dabei das geeignete Forum. Stallmann: „Dann vertrete ich auch im Wahlkampf unsere Positionen.“

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