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Bürgerinitiative gehört zu Mitbegründern des landesweiten Netzwerkes / „Politisch mehr Gehör finden“

Windkraftgegner setzen auf breites Bündnis

Emmerthal. Auch die Bürgerinitiative „Keine Windkraft im Emmertal e.V.“ ist einem landesweiten Bündnis beigetreten, das am Wochenende in Walsrode gegründet worden ist. „Wir hoffen, so politisch mehr Gehör zu finden und unsere Anliegen auch politisch durchsetzen zu können“, teilt Emmerthals BI-Sprecher Stephan Stallmann mit. Das neue Bündnis „Vernunftkraft Niedersachsen – Landesverband Landschaftsschutz“ vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 10 000 Windkraftgegnern. An dem Gründungstreffen in Walsrode hatten demnach 66 stimmberechtigte Mitglieder von rund hundert Bürgerinitiativen teilgenommen.

veröffentlicht am 29.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 16.03.2016 um 08:05 Uhr

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Landesweit gebe es eine große Unzufriedenheit von Bürgern über den großen Windkraftausbau, sagte Lutz Taddiken, Sprecher des Bündnisses. Der Ausbau regenerativer Energien dürfe nicht dazu führen, dass ganze Landschafts- und Vogelschutzgebiete mit Großindustrieanlagen überhäuft würden.

„Der Unmut mit dem ausufernden Ausbau der Windenergie und der damit einhergehenden Zerstörung der letzten naturstillen und industriefreien Landschaften Niedersachsens kann nun mit einer Stimme deutlich gemacht werden“, erklärt Vorsitzender Matthias Elsner in einer Mitteilung. Hauptforderung ist ein sofortiger Ausbaustopp und ein Moratorium für Windenergieanlagen. Elsner: „Es gibt signifikante Hinweise für massive Gesundheitsgefahren, hier muss es ergebnisoffene Forschungen geben, wenn man nicht billigend eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung in Kauf nehmen will.“

Die Emmerthaler Bürgerinitiative wendet sich vor allem gegen eine von drei im Gemeindegebiet geplanten Konzentrationsflächen, auf der zwischen dem Kernort und Grohnde am Scharfenberg bis zu acht Anlagen entstehen könnten. Laut Stallmann hat die Initiative fristgerecht ihren Einspruch bei der Gemeinde Emmerthal und dem Landkreis eingereicht. 14 Punkte listet die vom Vorsitzenden Stallmann unterzeichnete siebenseitige Stellungnahme auf, in der ebenfalls ein Moratorium gefordert wird, um Untersuchungen zu Gesundheitsgefährdungen abzuwarten. Wissend um die Rechtsprechung, die von Kommunen eine gewisse Fläche für Konzentrationsflächen fordert, stellen die Gegner einen Prüfungsauftrag. Danach sei zu klären, ob für die Gemeinde eine Härtefallregelung gelten könne, die sie von einem weiteren Ausbau der Windenergie befreie, da sie durch AKW mit Zwischenlager und der geplanten Stromtrasse Suedlink schon sehr beansprucht werde.

Wie Stallmann berichtet, sind ihm noch zehn weitere Einsprüche bekannt. Außerdem habe die Initiative bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises den Antrag gestellt, ein großflächiges Vogelschutzgebiet auszuweisen. „Was den Arten- und Naturschutz betrifft, so haben wir begonnen, besonders schützenswerte Arten im Bereich der geplanten Konzentrationsflächen B und C zu dokumentieren“, teilt Stallmann mit.

Der Vorsitzende räumt ein, dass der Widerstand vor Ort gegen die Windkraftpläne bislang nicht den eigenen Erwartungen entspricht. Die Onlinepetition (im Internet unter www.keinewindkraftimemmertal.de) und die Unterschriftenlisten hätten erst 500 Unterstützer gefunden. Die Einwohner seien eventuell mit den Themen Suedlink und Ausbau der Güterzugtrasse schon genug belastet, so dass das Thema Windkraft in den Hintergrund rücke. Stallmann: „Viele wissen aber auch noch gar nicht, was ihnen blüht.“ cb

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