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Stallmann fordert: Landkreis soll Schutzgebiet ausweisen

Windkraftgegner in Sorge ums Trinkwasser

Emmerthal. Durch die geplanten Windkraftanlagen zwischen Kirchohsen und Grohnde befürchten die Gegner des Projektes negative Folgen für das Trinkwasser. Viele Einwohner sähen die Versorgung als gefährdet an, sagte Stefan Stallmann von der Bürgerinitiative „Keine Windkraft im Emmertal“ anlässlich der Ortsrats-Sitzung.

veröffentlicht am 04.03.2016 um 19:38 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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In dem vorgesehenen Bereich, wo bis zu acht Windräder errichtet werden sollen, befindet sich der Brunnen Grohnde-Süd. Inzwischen hat Stallmann den Landkreis schriftlich aufgefordert, dort die „Ausweisung des Trinkwasserschutzgebietes von Amts wegen zu veranlassen“. Und: Die Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen sei aus wasserrechtlichen Gründen abzulehnen.

Stallmann berichtete, dass dort ein Schutzgebiet möglichst ausgewiesen werden solle. Auch unabhängig davon diene das Gebiet der Grundwasserneubildung – mit negativen Folgen, wenn dort Windräder errichtet würden. Dabei beruft er sich auf Unterlagen des Wasserversorgungsverbandes Landkreis Fallingbostel, der in einem ähnlichen Fall Schadstoffe festgestellt habe. Die Grundwassermessstellen vor den Windkraftanlagen wiesen keine Auffälligkeiten auf, doch gelte dies nicht im Abstrom der Fundamente. Dort seien an fast allen Messstellen Grenzwertüberschreitungen festgestellt worden. Der zulässige Grenzwert für Arsen wird dabei bis zum Siebenfachen überschritten, wie aus den Unterlagen des Verbandes hervorgeht. Forderung eines Diplom-Ingenieurs im Landkreis Fallingbostel: Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sollten im Bereich von Wasserschutzgebieten und auch den Zustrombereichen aufgrund des massiven Bodeneingriffs für Fundamente und der Drainagewirkung der umfänglichen Zuwegungen zwingend mit einem wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren belegt werden.

Die Emmerthaler Bürgerinitiative sieht vor Ort vergleichbare Voraussetzungen wie im Landkreis Fallingbostel: Dabei stehen die Windkraftanlagen, wie es auch auf der Konzentrationsfläche zwischen Grohnde und Kirchohsen der Fall sein würde, in der Flussrichtung des Grundwassers von den Quellen zu den Brunnen, wie Stallmann sagte. Er bittet daher die Politiker, sich umgehend mit dem Landkreis kurzzuschließen, um die wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren und Prüfungen nach EU-Wasserrahmenlichtlinie nachzuholen. Die Bürgerinitiative übernimmt dabei die Forderungen des Wasserversorgungsverbandes Landkreis Fallingbostel. Alle geplanten Baumaßnahmen und Technologien müssten offengelegt werden, darunter auch die Materialien, die dabei eingesetzt würden. Außerdem seien Messstellen unterhalb der Windräder notwendig, um Schadstoffe festzustellen.

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