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Zustimmung für überarbeiteten Antrag: Fachplaner soll Flächen bei Lüntorf und Börry erneut prüfen

Windkraft – Politiker suchen Kompromiss

Emmerthal. Eine Entscheidung über die geplanten drei Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen im Bereich der Gemeinde Emmerthal ist noch einmal vertagt worden. Zuvor hatte sich der zuständige Bauausschuss zusammen mit allen Ortsräten fast drei Stunden lang mit den Plänen für die Standorte Börry, Lüntorf und Grohnde befasst, die Platz bieten sollen für rund ein Dutzend großer Windkraftanlagen. Schließlich beauftragten die Kommunalpolitiker ein Berliner Fachbüro, die Details noch einmal zu überarbeiten, bevor es einen Beschluss für eine öffentliche Auslegung der Unterlagen gibt.

veröffentlicht am 22.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 15:24 Uhr

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Dabei geht es im Wesentlichen um zwei Prüfaufträge. Besonders der unter naturschutzrechtlichen Aspekten sensible Bereich in Lüntorf soll möglichst noch stärker verkleinert werden, als es der Entwurf mit der bereits reduzierten Fläche vorsieht. Außerdem geht es um das Areal in Börry. Diese Fläche soll nach Süden „moderat“ verschoben werden, sofern dies möglich sei. Damit würde auch dem Wunsch der Windkraft Ilsetal GmbH & Co. KG entsprochen, in der sich heimische Investoren zusammengeschlossen haben. Der Antrag für die Prüfaufträge war von der Gruppe aus SPD und Grünen gestellt worden; ursprünglich hatte er auch vorgesehen, gegebenenfalls die Börryer Konzentrationsfläche zu erweitern. Nachdem die Mehrheitsgruppe auf diesen Zusatz verzichtet hatte, sorgte die Opposition aus CDU und FWE am Donnerstag dafür, dass die weiteren Planungen wie bislang im Konsens fortgesetzt werden können.

Für die gemeinsame Linie hatten zunächst monatelange Beratungen hinter verschlossenen Türen beigetragen, dass weitere Windkraftanlagen auf das Gemeindegebiet verteilt ermöglicht werden sollen. Im Sommer waren die Pläne erstmals öffentlich präsentiert worden. Im Verfahren folgte dann eine frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, worunter beispielsweise Behörden, Interessenverbände wie Naturschützer und Unternehmen im Bereich der Infrastruktur wie Telekom oder Deutsche Bahn fallen. Außerdem konnten Einwohner Stellungnahmen abgeben. Interessant: Gerade einmal fünf Einwendungen gab es aus der Einwohnerschaft, wie Fachplaner Dr. Alexander Reiß berichtete. „Anderswo sind es bis zu 200“, sagte er.

Allgemein waren die Bedenken gegen das Vorranggebiet in Lüntorf sehr groß. Zwar sei es noch einmal verkleinert worden, so dass dort nur noch zwei bis drei große Windkraftanlagen errichtet werden könnten, aber, so Reiß: Trotz des sehr hohen Konfliktpotenzials besonders aus naturschutzrechtlicher Sicht solle daran festgehalten werden. Damit solle nicht nur eine gleichmäßige Belastung im Gemeindegebiet erreicht werden. Hinzu komme die Sorge, ohne diese Fläche nicht genügend Windkraftanlagen ermöglichen zu können.

Das größte Gebiet im Bereich von Grohnde, wo sieben bis acht große Windkraftanlagen vorgesehen waren, wird noch einmal reduziert in den Bereichen, in denen „extrem hohe Konfliktträchtigkeit“ besteht, wie der Planer sagte. Reiß stellte ausführlich die Vorgaben dar, nach denen Kommunen verpflichtet sind, ausreichend Platz für Windkraftanlagen zu schaffen. Ohne die Konzentrationsfläche in Lüntorf, mahnte der Planer, „wird es kritisch“.

Die Gemeinde plant drei weitere Konzentrationsflächen, die Platz bieten für rund ein Dutzend große Windkraftanlangen. Konkret geht es um die Bereiche bei Börry, Lüntorf und Grohnde.

Von Christian Branahl

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