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Windenergie-Gutachten sorgt für Unruhe / Bürgermeister Wagner beschwichtigt

„Nicht vor unserer Haustür“

AERZEN. „Natürlich sind wir nicht gegen die Windenergie, aber die Gewinnung muss nicht unmittelbar vor unserer Haustür geschehen“, erklärt eine Bürgerin, die gemeinsam mit zahlreichen Grießemer Nachbarn am Dienstagabend mit Spannung die Ausführungen von Reinhard Preis von der Planerwerkstatt 1 aus Hannover im Rahmen der Bauausschusssitzung im Aerzener Rathaus verfolgte.

veröffentlicht am 27.04.2017 um 11:54 Uhr
aktualisiert am 27.04.2017 um 18:40 Uhr

Windkraft im Flecken Aerzen - die zur Diskussion stehenden Flächen sorgen für heftige Kontroversen. Foto: dpa
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Bereits im Jahr 2012 hatte die Verwaltung bei dem hannoverschen Planungsbüro eine Untersuchung zur Neuausweisung von Flächen für Windenergieanlagen im Flächennutzungsplan des Fleckens Aerzen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse lagen noch im selben Jahr vor, mussten aber 2013 aufgrund der aktuellen Rechtsprechung redaktionell von den Planern überarbeitet werden. Mittlerweile sind weitere vier Jahre vergangen und nach langer Vorbereitungszeit Anfang 2016 für das Land Niedersachsen ein neuer Windenergieerlass und damit zum Teil neue Grundlagen für das vorhandene Gutachten in Kraft getreten. Also beauftragte die Kommune das Planungsbüro ein weiteres Mal, um nun die mit dem niedersächsischen Windenergieerlass 2016 einhergehenden Aktualisierungen und Ergänzungen einzuarbeiten, das Gutachten von 2012/13 auf den neusten Stand zu bringen.

Das Ergebnis lag dem Flecken Aerzen dann im Juli vergangenen Jahres und damit kurz vor den Kommunalwahlen vor. Ein überaus ungünstiger Zeitpunkt für ein in der Öffentlichkeit nicht unbedingt unumstrittenes Thema wie die Windenergiegewinnung, wie die eingangs erwähnte Reaktion aus der Bevölkerung belegt. Nun endlich, nach mittlerweile neun Monaten, fand die Präsentation der neuen Suchergebnisse erstmals den Weg auf die Tagesordnung einer öffentlichen Ausschusssitzung.

Und ganz offensichtlich drängte die Zeit, denn schließlich hat sich die Bürgerenergiegenossenschaft Hummetal inzwischen eigenständig auf die Suche nach einem geeigneten Standort für einen Windpark gemacht und ist eigenen Bekunden zufolge in der Nähe des Aerzener Ortsteils Grießem fündig geworden (wir berichteten). Nachdem die Politik sich die Genossenschaftspläne hinter verschlossenen Türen präsentieren ließ und auch die Grießemer Forstgenossenschaft bereits in die Planungen der Genossenschaft einbezogen wurde, hatten sich einige besorgte Bürger zu Wort gemeldet, die befürchten, dass hier der Bevölkerung eine Entscheidung übergestülpt werden sollte, ohne im Vorfeld ausreichend informiert zu haben. Dies sei keinesfalls die Absicht, bekräftigte der Bürgermeister. In Bezug auf eine Neuausweisung von Flächen für Windenergieanlagen im Flächennutzungsplan des Flecken Aerzen sei nun erst einmal lediglich das Gutachten der Politik und der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Nun müsse in den Gremien darüber beraten werden, wie mit dem Ergebnis umgegangen wird, erklärt Bernhard Wagner.

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