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Bürgerinitiative: „Wohl kaum neutral“ / Landkreis widerspricht

Gutachten für Windräder durch Partnerbüro des Investors?

Emmerthal. Der Wirbel um die Windräder geht weiter: Jetzt beklagt die Bürgerinitiative „Keine Windkraft im Emmertal“, die artenschutzrechtlichen und ornithologischen Gutachten für die Errichtung von Windkraftanlagen würden nicht durch die Untere Naturschutzbehörde oder unabhängige Fachbüros erstellt, sondern durch ein Partnerbüro des Investors. Was die Bürgerinitiative als „handfesten Skandal“ bezeichnet, beschreibt der Landkreis auf Nachfrage als normalen Vorgang in landesrechtlicher Weise.

veröffentlicht am 09.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 17.08.2015 um 18:04 Uhr

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Zunächst sei es einerseits Aufgabe der Gemeinde Emmerthal, für ihre Aufstellung des Flächennutzungsplanes eine Risikoabschätzung durchzuführen. In dieser werde untersucht, ob sich die Windenergieanlagen nachteilig auf Fledermäuse und Rotmilan, Uhus, Schwarzstorch und dergleichen auswirken könnten. „Diese relativ grobe Risikoabschätzung auf Flächennutzungsplan-Ebene beinhaltet dementsprechend einen reduzierten Erfassungs-Umfang. „Welches qualifizierte Planungsbüro die Gemeinde Emmerthal hierfür beauftragt hat, ist der Unteren Naturschutzbehörde hier nicht bekannt“, heißt es vom Landkreis.

Im Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutz müssten sich die Investoren andererseits „sehr intensiv und inhaltlich tiefgehend“ mit den Auswirkungen der geplanten Windenergieanlagen auseinandersetzen. „Die Investoren bedienen sich hierfür anerkannter Planungsbüros in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde“, sagt der Landkreis.

Die Ergebnisse würden von der Untere Naturschutzbehörde mit den Arteninformationen vom Planungsraum abgeglichen und die Untersuchungsergebnisse auch dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in seiner Funktion als stattliche Vogelschutzwarte zur „Gegenrecherche“ zugeleitet. Es sei „weder angemessen noch für uns als Behörde zulässig, im Vorfeld derartiger Verfahren von etwaigen Parteinahmen auszugehen“, schließt der Landkreis.nin

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