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Kritiker setzen auf neues Argument: Standort zwischen Grohnde und Kirchohsen unwirtschaftlich

Flaute für die Windräder?

Emmerthal. Die Bürgerinitiative „Keine Windkraft im Emmertal“ hält die geplante Konzentrationsfläche zwischen Grohnde und Kirchohsen unterhalb des Scharfenberges für unwirtschaftlich. Deshalb glaubt sie, an diesem Punkt den Hebel ansetzen zu können, um dort zusätzliche Windräder zu verhindern. Das hat Vorsitzender Stephan Stallmann mitgeteilt.

veröffentlicht am 10.06.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 05.01.2016 um 14:01 Uhr

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Wie bereits berichtet, hatte selbst das Berliner Fachbüro, das für die Gemeinde die Planungen ausführt, einräumen müssen, dass es sich um einen grenzwertigen Standort handelt. Allerdings machte es im Untersuchungsbericht ebenso deutlich, dass mehrere Investoren bereits Interesse an dem Areal bekundet hätten. Die Bürgerinitiative zweifelt hingegen die ihr vorliegenden Unterlagen zu einem Windpark in Grohnde an. Laut den Papieren der Unternehmensgruppe „Ebert Erneuerbare Energien“ eignet sich der Standort „hervorragend“ für Schwachwind-Turbinen – dabei gehen die Planer von einer mittleren Windgeschwindigkeit von etwa sechs Metern pro Sekunde auf Nabenhöhe (134 beziehungsweise 141 Meter) aus.

Von geschönten Zahlen spricht hingegen die Bürgerinitiative. Wie Stallmann erläutert, beruft sie sich dabei auf Daten des Deutschen Wetterdienstes, der für den Bereich nur eine mittlere Windgeschwindigkeit zwischen 4,5 und 5,5 Meter pro Sekunde ausweist. Laut Datenbank sei für die letzten fünf Quartale nur ein Mittelwert von 4,8 Metern pro Sekunde erreicht worden. „Zu gering, um Windturbinen wirtschaftlich betreiben zu können“, urteilt Stallmann. Bestärkt sieht er sich durch ein Schreiben der Bauaufsicht des Landkreises. Er zitiert daraus vor allem die Aussage: Die Gemeinde müsse dafür Sorge tragen, dass „die Konzentrationsanlagen eine ausreichende Windhöffigkeit aufweisen müssen“. Für die Bürgerinitiative ist das ein klarer Beleg dafür, dass das wirtschaftliche Risiko nicht allein beim Investor liege, wie Stallmann mitteilt. Allerdings lassen die Windkraftgegner einen weiteren Satz des Landkreises dabei außer Acht. „Mit Blick, dass es bereits potenzielle Investoren für die Fläche B gibt, ist eher nicht davon auszugehen, dass die Fläche für die vorgesehene Nutzung ungeeignet ist“, schreibt die Bauaufsicht weiter.

Die weitere Hoffnung richtet sich auf jüngste Urteile, darunter vom Bundesverwaltungsgericht. Danach sei die Verwaltungsvorschrift „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ nicht ausreichend, um die Schallauswirkungen von Windkraftanlagen zu beurteilen, teilt Stallmann mit. cb

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